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In Großaspach längst angekommen

Nach zwei Jahren als Nummer zwei hinter Ex-Torhüter Kevin Broll, hat Maximilian Reule beim Drittligisten nun einen Stammplatz

Karlsruhe, Chemnitz, Wiesbaden. Die SG Sonnenhof war nicht die erste Drittliga-Station von Maximilian Reule, als er vor zweieinhalb Jahren im Fautenhau gelandet ist. Mittlerweile ist Aspach für den 25-Jährigen eine Art zweite Heimat. Erst recht, nachdem er vor dieser Saison Stammtorhüter wurde und auch morgen im Heimspiel gegen Magdeburg (14 Uhr) zur Anfangsformation der SG zählt.

Nachfolger von Kevin Broll als Toreverhinderer: Maximilian Reule. Er war bei der SG aber auch zuvor schon mehr als nur Ersatzmann. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Nachfolger von Kevin Broll als Toreverhinderer: Maximilian Reule. Er war bei der SG aber auch zuvor schon mehr als nur Ersatzmann. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Maximilian Reule zählt nicht zur Sorte Mensch, die als kontaktscheu gilt. Er ist einer, der sich stellt und umgänglich ist. Entsprechend groß ist sein Stellenwert im Klub. Und das nicht erst, seit er im Sommer Kevin Broll als Stammtorhüter beerbt hat. Auch als Nummer zwei war Reule mehr als nur Ersatzmann. Broll, nunmehr beim Zweitligisten Dresden zwischen den Pfosten, unterstrich zum Beispiel stets, dass sein Kontrahent für ihn eben nicht nur ein Mitbewerber. Reule war auch Stütze, echter Trainingspartner sowie Motivation dafür, im Kampf um den Platz im Tor nicht nachzulassen.

Wird Maximilian Reule darauf angesprochen, dann wird rasch klar, dass die große Wertschätzung auf Gegenseitigkeit beruht. „Der Brolli und ich waren schon ein Superteam.“ Eines, das nach dem Abgang des 24-Jährigen immer noch ein wenig weiter besteht. „Wir haben nach wie vor Kontakt, tauschen uns eigentlich nach jedem Spiel aus und geben Feedback, was uns an der Leistung des anderen aufgefallen ist“, erzählt der aus dem Nordschwarzwald stammende Schwabe und erklärt: „Kevin und ich haben uns ja auch schon lange vor unserer gemeinsamen Zeit in Großaspach gekannt. Ich habe mit der KSC-Jugend oft gegen den Waldhof gespielt, wo Kevin und sein zwei Jahre älterer Bruder Dennis waren.“ Schon damals stimmte die Chemie.

Kevin Broll wird es deshalb auch gern gesehen haben, dass sein einstiger Partner bei der SG Sonnenhof nun die Nummer eins ist. Eine Position, die Maximilian Reule nicht geschenkt bekam. Zumal zu Saisonbeginn durchaus die eine oder andere Unsicherheit da war. Weil er sich selbst zu viel Druck gemacht hat, oder wegen fehlender Spielpraxis? Ersteres sei es nicht gewesen, antwortet der 25-Jährige und sagt: „Einen gewissen Druck solltest du dir immer selbst machen, wenn du ins Spiel gehst. Er darf halt nicht zu groß sein.“ Für den 1,88 Meter großen Schlussmann war es eher der Fakt, dass er in den Jahren zuvor bei Punktspielen selten zum Zug kam. „Das merkst du schon. Zudem gehört auch ein wenig Torwartglück dazu.“ Beim Saisonauftakt in Duisburg zum Beispiel seien nur vier Schüsse auf sein Gehäuse gekommen, die aber alle unhaltbar waren. Eine undankbare Sache. „Wirst du da nur einmal angeschossen, dann bist du drin. Dann hast du das nötige Selbstvertrauen.“ Etwas, das laut Reule unabdingbar für den Mann zwischen den Pfosten und viel wichtiger als für einen Feldspieler ist. „Als Torwart musst du gegenüber deiner Mannschaft und gegenüber dem Gegner Selbstbewusstsein ausstrahlen, aber du musst auch das Vertrauen vom Trainer und deinen Mitspielern spüren.“

Beide Dinge genießt er. Wobei das nicht ganz neu ist. Schon in den zwei Jahren als Nummer zwei hielten die Vereinsverantwortlichen bei der SG große Stücke auf den Schlussmann. „Sportdirektor Janni Koukoutrigas ist einer, der immer offen und ehrlich mit den Leuten umgeht. Er hat mir immer gesagt: Du bekommst deine Chance. Ich habe meinen Vertrag ja nicht umsonst vor gut einem Jahr vorzeitig bis zum 30. Juni 2021 verlängert.“ Wobei da auch eine große Rolle gespielt haben dürfte, dass der gebürtige Neuenbürger sagt: „Ich fühle mich hier in Aspach wohl. Meine Familie ist nicht weit weg und ich habe hier Freunde gefunden – im Verein und im Umfeld.“

Es passt gerade sehr viel für Reule. Nur die sportliche Situation dürfte deutlich besser sein. Das weiß der erfahrene Schlussmann des Drittletzten und sagt: „Einerseits müssen wir aufpassen, dass wir den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen nicht verlieren. Andererseits dürfen wir uns keinen zu großen Druck machen, denn die Saison ist noch lang.“ Ein Heimsieg gegen den Tabellensechsten Magdeburg würde Aspach auf jeden Fall gut tun. Reule sagt: Wir sind heiß, endlich wieder drei Punkte zu holen und ich denke, wir sind auch mal wieder dran.“

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Erstellt:
29. November 2019, 06:00 Uhr

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