Kommunalwahl 2024: Die Aufgaben in Burgstetten gehen nicht aus

In Burgstetten konkurrieren erneut die zwei bestehenden Listen um die zwölf Sitze im Gemeinderat. Die Finanzen sind zwar knapp, aber die Verwaltung blickt optimistisch auf die anstehenden Projekte.

Um die Klimaziele zu erreichen, stehen demnächst viele Entscheidungen im Rathaus Erbstetten an. (Archivfoto)

© Tobias Sellmaier

Um die Klimaziele zu erreichen, stehen demnächst viele Entscheidungen im Rathaus Erbstetten an. (Archivfoto)

Von Simone Schneider-Seebeck

Burgstetten. Einfach ist es für die Gemeinde Burgstetten nicht, zumindest finanziell gesehen. „Wir haben zwar kein Geld, aber wir geben es aus“, so begann Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz Anfang des vergangenen Jahres die Vorstellung des Haushalts. Wirklich viel geändert hat sich seither nicht. Und die Anforderungen an die Gemeinde sind auch nicht geringer geworden, die Pflege und der Ausbau der verschiedenen Infrastrukturbereiche oder auch der Kindergärten sind beispielsweise Notwendigkeiten, denen man sich als Gemeinde nicht verschließen kann. Doch fehlt es in Burgstetten nicht an Ideen und kreativen Vorschlägen, um diese Herausforderungen zu meistern und umzusetzen.

„Mit dem Gemeinderat arbeiten wir sehr gut Hand in Hand zusammen und ziehen an einem Strang in die gleiche Richtung“, so beschreibt die dienstälteste Bürgermeisterin Baden-Württembergs die Zusammenarbeit mit den aktuellen zwölf Gemeinderäten. „Nur dadurch ist es möglich, die Gemeinde weiter voranzubringen. Das ist uns in der Vergangenheit immer sehr gut gelungen und wird hoffentlich auch in Zukunft der Fall sein.“

Das bedeutet jedoch nicht, dass Vorschläge der Gemeindeverwaltung in den Sitzungen einfach abgenickt werden. Eine lebendige Diskussionskultur ist durchaus vorhanden, in die sich die Räte gern auch mit unterschiedlichsten Fragestellungen oder Bedenken einbringen, was denn auch häufig zu einer Neubetrachtung führt. Ein Beispiel dafür ist etwa der barrierefreie Ausbau der Bushaltestelle am Bahnhof in Burgstall.

In den Sitzungen fällt auf, dass sich die Akteure von Rat und Verwaltung gegenseitig schätzen und respektieren und dass die gute Entwicklung der Gemeinde allen am Herzen liegt.

„Die Gemeinde steht sehr gut da und wir haben am Ort alles, was zu einer guten In-frastruktur gehört“, betont Wiedersatz die positiven Aspekte in Burgstetten. Ein großer Gewinn ist hierbei sicher auch der Rewe-Markt, der sich seit seiner Eröffnung 2021 gut etabliert hat. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen beleben auch die Vereine das Gemeindeleben, ein Höhepunkt ist etwa das Gässlesfest, das alle zwei Jahre in einem anderen Ortsteil stattfindet.

Ein weiterer Lichtblick ist das Neubaugebiet Brühl VI. Auch wenn es im Vorfeld einiges an Diskussionen dazu gab, konnte die Erschließung mittlerweile abgeschlossen werden, demnächst kann es an den Verkauf gehen. Überhaupt zeigen sich Gemeinde und Gemeinderat gegenüber der Schaffung von Wohnraum sehr aufgeschlossen, Nachverdichtung wird generell positiv aufgenommen.

Einige Herausforderungen stehen in den kommenden Jahren an, etwa die kommunale Wärmeplanung sowie die Festlegung von Standorten für Freiflächenfotovoltaikanlagen und ganz allgemein die Erreichung der Klimaziele.

Ebenfalls ein großes Thema, das die Gemeinde schon seit Jahren beschäftigt, ist die Geschwindigkeitsreduzierung in den Ortsdurchfahrten. Ein Anliegen, das durchaus dem Kampf gegen Windmühlen ähnelt, denn so einige der vorgebrachten Ideen konnten aufgrund verschiedener Vorgaben nicht wie erhofft umgesetzt werden. Mittlerweile hat sich Burgstetten der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden durch angemessene Geschwindigkeiten“ angeschlossen.

Ausbau der Infrastruktur in Bezug auf Straßen, Glasfaseranschluss, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen, Sanierung zweier Brücken, Fahrzeugbeschaffung für Bauhof und Feuerwehr, Ausbau der Wasserversorgung, Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen, barrierefreier Ausbau von Bushaltestellen, der Bau eines Regenrückhaltebeckens im Gewerbegebiet (für den es übrigens keinen Zuschuss gibt), die Erweiterung des Gewerbegebiets und die Neuanlegung eines Teilbereichs auf dem Friedhof Burgstall sind weitere Aufgaben, die es in den kommenden Jahren umzusetzen gilt.

Zusammen mit dem Land Baden-Württemberg steht dazu noch der Ausbau der L 1114 bis zur Markungsgrenze nach Kirchberg an, zudem die Sanierung der K 1906 vom Florianhaus Burgstall bis nach Erbstetten mit Verbreiterung des Geh- und Radwegs.

Wie auch in den Jahren zuvor bewerben sich die beiden Listen Bürgervereinigung Burgstetten und Freie Wählervereinigung Burgstetten mit jeweils zwölf Kandidatinnen und Kandidaten um das Mandat der Wählerinnen und Wähler. Von einigen vertrauten Gesichtern wird man sich verabschieden müssen. Bernd Greiner von der Bürgervereinigung wird nicht mehr antreten, ebenso auch nicht mehr Johanna Paetzke und Anja Geldner von der Freien Wählervereinigung.

Genauer informieren über die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten können sich die Bürger auf dem Instagram-Account der jeweiligen Liste: @buergervereinigungburgstetten und @fwvburgstetten.

BV Burgstetten

Weitere Themen

Eine feste Größe im Gemeinderat ist seit Gründung der Gemeinde die Bürgervereinigung Burgstetten. Auch diesmal ist es gelungen, die Liste vollständig zu besetzen. Eine Frau und elf Männer kandidieren. Besonders die Akquise weiblicher Kandidaten sei nicht so einfach gewesen, viele Personen, die angefragt wurden, seien schon anderweitig engagiert. Aber: „Das Zwischenmenschliche hier funktioniert“, sind sich Gisbert Krauter und Manuel Gärtner einig. Für die Liste steht Nachhaltigkeit beim Ausbau der Gemeinde im Vordergrund. „Wir stehen für einen selbstbewussten Gemeinderat, der mit der Verwaltung und der Bürgermeisterin vertrauensvoll zusammenarbeitet.“ Wichtig ist der Liste zudem ein offener Dialog mit den Bürgern. Besonders im Fokus stehen die Interessen von Kindern und Jugendlichen, ein gut funktionierendes Gemeindeleben, Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer und generationengerechtes Wohnen. Zur Wiederwahl stellen sich erfahrene Gemeinderäte wie Manuel Gärtner, Gisbert Krauter, Jörg Guhr (15 Jahre) und Hans-Joachim Elzmann (30 Jahre). Der langjährige Rat Bernd Greiner tritt nicht mehr an.

Kandidaten und Kandidatinnen

Für die BVB kandidieren: Dr. Manuel Gärtner (1981), Entwicklungsingenieur; Gisbert Krauter (1981), Entwicklungsingenieur; Dr. Hans-Joachim Elzmann (1945), Professor für Informatik im Ruhestand; Claudia Dolderer (1969), Sozialversicherungsfachangestellte; Frank Banze (1960), IT-Servicemanager; Jörg Schulz (1979), Entwicklungskonstrukteur; Markus Otterbach (1978), Innendienstdirektor; Jörg Guhr (1965), Industriemeister; Karl Gerd Krumbach (1964), Entwicklungsingenieur; Daniel Beck (1967), Qualitätsingenieur; Johannes Fontaine (1983), Entwicklungsingenieur; Dr. Carsten Buchholz (1973), Fertigungsleiter

FWV Burgstetten

Ein wichtiges Thema für die Freie Wählervereinigung ist die Schaffung von Wohnraum. Beim mittlerweile erschlossenen Neubaugebiet Brühl VI möchte man Einfluss nehmen auf die Art der Bebauung. Dem Gemeinderat Matthias Kößner schwebt hier ein Konzeptverfahren vor, wenn es darum geht, sich bei der Vergabe eines Bauplatzes für ein Mehrfamilienhaus für einen Bauträger zu entscheiden. „Der Bauträger mit dem besten Konzept soll den Zuschlag bekommen“, erklärt Matthias Kößner die Idee. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit im Straßenverkehr, wobei der Fokus von der Liste auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen gerichtet ist. Nachdem die außerörtlichen Radwege bereits fertiggestellt oder in Planung sind, wünscht sich die Freie Wählervereinigung, dass die Radwege auch innerorts weitergeführt werden, beispielsweise indem ein Radstreifen eingerichtet wird. Weitere Ziele der Liste für ihre Gemeinderatsarbeit sind die energetische Sanierung des Gebäudebestands, Investitionen in Umwelt- und Naturschutz, die Stärkung zukunftsorientierter Energiekonzepte, die Erhaltung von Freiräumen für Kinder und Jugendliche sowie die Unterstützung ehrenamtlicher Tätigkeiten.

Kandidaten und Kandidatinnen

Für die FWV kandidieren: Alexander Altszeimer (1989), Steuerberater; Gerhard Bollinger (1948), Landwirtschaftsmeister; Tobias Brühmann (1960), Bauingenieur; Patrick Haubert (1976), Bauingenieur; Matthias Kößner (1971), Elektromeister; Hannes Ludwig (1985), Maschinenbauingenieur; Samuel Rikker (1993), Bauingenieur; Inken Schäfer (1987), Erzieherin; Klaus Schwaderer (1957), Elektroinstallateurmeister; Sebastian Strack (1988), Produktmanager; Thomas Streitberg (1967), Diplom-Ingenieur freier Architekt; Alexander Sturm (1980), Wirtschaftsinformatiker

Weitere Informationen und Fotos zu den Kandidaten und Kandidatinnen finden Sie in unserem Online-Wahlportal unter wahlen.bkz.de.

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Erstellt:
14. Mai 2024, 18:02 Uhr

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