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Ottmar Hitzfeld: Der General macht sich locker

Der Erfolgscoach feiert seinen 70. Geburtstag – ganz ohne Stress

München /SID - Derzeit, sagt Ottmar Hitzfeld, sei es ihm „ein bisschen langweilig“. Der Mann, der immer so sehr unter dem Alltagsstress als Trainer gelitten hatte, vermisst den Kick beim Kicken. Schuld ist die Winterpause. „Es wird viel geschrieben, aber das ist nicht so spannend“, meint Hitzfeld. Er brennt darauf, dass der Ball wieder rollt. „Fußball ist meine Leidenschaft, mein Hobby, war nicht nur Beruf“, sagt Hitzfeld, der an diesem Samstag in Lörrach im Familienkreis seinen 70. Geburtstag feiert. Der Fußball beschäftige ihn „nach wie vor“, auch wenn er sich zu Hause vor dem Fernseher „die Rosinen“ rauspickt, wie er lachend sagt. Die „Rosinen“, das sind Spiele seiner früheren Clubs Borussia Dortmund und Bayern München, mit denen Hitzfeld einst die Champions League gewann.

Stress oder Druck – diese Worte benutzt der ehemalige VfB-Profi auch jetzt immer wieder. Wenn er Dortmund oder den Bayern zusehe, sei es für ihn „interessant, wie die Vereine mit Stress oder Krisen umgehen“. Dann denkt er zurück an seine Zeit. An all die Titel, für die er „sehr dankbar“ sei, oder die WM-Teilnahmen mit der Schweiz 2010 und 2014. Aber auch: an Stress. Seine „Existenzangst“ habe er erst verloren, als er 1995 beim BVB mit 46 Jahren erstmals deutscher Meister wurde, sagt er. Vor allem der Umgang mit Stars wie Matthias Sammer, Oliver Kahn oder Franck Ribéry sei fordernd gewesen. Täglich habe er gedacht: „Was steht in der Zeitung, was hat sich dieser oder jener Spieler erlaubt?“

Als er 2004 in München entlassen wurde, war er „froh. Nach sechs Jahren Bayern war ich ausgebrannt.“ Heute genießt er es, frei zu sein. „Als Trainer ist alles vorbestimmt durch den Terminkalender. Jetzt kann ich den Alltag selbst gestalten.“ Manchmal hält er Vorträge oder sitzt in Talks, mit Ehefrau Beatrix besucht er in München den Sohn oder fährt zum Zweitwohnsitz in die Berge nach Engelberg. Ansonsten lebe er „wie ein Rentner“, sagt Hitzfeld: „Zeitungen lesen, Brötchen kaufen, Fußball schauen.“ Bloß keinen Stress!

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Erstellt:
12. Januar 2019, 03:14 Uhr

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