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Sosa ist auf dem Sprung in die Startelf

Der Kroate ist nach seiner langwierigen Verletzung wieder einsatzbereit und will sich über den VfB für das Nationalteam empfehlen

Ganze fünf Bundesliga-Spiele hat Borna Sosa für den VfB bisher absolviert. Verletzungen bremsten den 20-Jährigen aus, über den Trainer Markus Weinzierl sagt: „Er ist eine wertvolle Alternative.“

Stuttgart Das private Outfit, in dem Borna Sosa am 7. Oktober des vergangenen Jahres im Terminal 1 des Stuttgarter Flughafens steckte, kann auch nicht jeder tragen. Einen quietschorangen Jogginganzug hatte der 20-jährige Linksverteidiger vor seiner Abreise nach Kroatien an, dazu eine dunkle Designerbrille, ehe er einige Tage später in Pula mit der U-21-Nationalelf seines Landes zu einem 2:0 über Griechenland kam.

Der bittere Aspekt dieses zunächst modisch wie sportlich so erfolgreichen Trips an die Adriaküste: Borna Sosa verletzte sich in der Partie gegen die Hellenen schwer am Schambein, so dass er für den VfB in den folgenden sieben Saisonspielen ausfiel. „Es war nicht einfach für mich“, sagt Sosa nun rückblickend: „Gerade als ich dabei war, mich festzuspielen, habe ich mich verletzt und war lange raus. Das bedeutet aber: Es kann nur besser werden.“

Zu Saisonbeginn mit Rückenproblemen außer Gefecht gesetzt, war der Sechs-Millionen-Euro-Neueinkauf Sosa im Oktober ja gerade dabei gewesen, sich in der Stuttgarter Startelf zu etablieren, stand er doch in Leipzig, beim Sieg gegen Bremen sowie in Hannover dreimal in Folge über 90 Minuten auf dem Platz. Dann folgte der erneute gesundheitliche Rückschlag, garniert von der Entlassung des Cheftrainers Tayfun Korkut.

Nun ist der blonde Linksfuß aber wieder fit und befindet sich auf einem sehr guten Weg, den nächsten Karriereschritt zu gehen – zählt er doch eindeutig zu den Gewinnern der Wintervorbereitung von La Manga. „Er ist ein guter Techniker, der sich noch weiterentwickeln wird. Ich bin froh, dass wir ihn haben, denn er ist eine sehr wertvolle Alternative. Der Zweikampf auf der linken Abwehrseite ist offen“, sagt der VfB-Trainer Markus Weinzierl über Sosa, der im Außenverteidiger-Duell mit Emiliano Insua derzeit die Nase leicht vorne haben dürfte.

Dies liegt allerdings auch daran, dass der über weite Strecken der Hinserie konkurrenzlose Insua bisher keine gute Saison spielt – und mit seiner Roten Karte von Hoffenheim auch noch einen negativen Höhepunkt setzte. Im letzten Test beim 2:2 gegen Cercle Brügge jedenfalls stand Sosa, der bisher erst fünf BundesligaPartien für den VfB in seiner Vita stehen hat, in der Startelf.

„Ich will mich durchsetzen und zum Stammspieler beim VfB werden. Schon allein deshalb, weil ich bald auch fest zum A-Kader Kroatiens zählen möchte“, sagt Sosa, der im Vorfeld der WM in Russland immerhin zum erweiterten Kader des Nationaltrainers Zlatko Dalic zählte. Will der Blondschopf, der sich zu Beginn seiner Stuttgarter Zeit die Haare kurz schneiden ließ, bald auch international mitmischen, muss er sich aber noch steigern – was Sosa durchaus bewusst ist. „Ich stehe irgendwo zwischen dem Anfang und der Mitte meiner Karriere“, sagt der Jungprofi, der in taktischer Hinsicht seine Lehrjahre noch nicht hinter sich hat.

Immerhin gilt es beim VfB, eine ganz andere Spielweise zu verinnerlichen. In Zagreb kamen Sosa und die Dinamo-Kollegen im Liga-Alltag konstant auf 75 Prozent Ballbesitz. Der Youngster mit der gut getimten Flanke und der geschmeidigen Technik war daher meist als offensiver Flügelspieler gefordert. „Hier muss ich meine Rolle deutlich defensiver interpretieren. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen“, sagt Sosa, der ein durchaus aufgewecktes Naturell besitzt – und neuen Dingen offen gegenübersteht.

So spricht der Kroate, der modische Kleidung ebenso wie einen Weihnachtsurlaub auf den Malediven zu schätzen weiß, ein sehr gutes Englisch und ist fleißig dabei, sein Deutsch zu verbessern. Weil der Großvater 40 Jahre in Ulm lebte, kannte Borna Sosa Stuttgart bereits vor seinem Wechsel („Auch das hat beim Transfer eine Rolle gespielt“). Einige Cousins leben in der Landes­hauptstadt, was die Integration des Fußballers, der beim VfB einen Fünfjahresvertrag bis 2023 unterschrieben hat, zusätzlich ­erleichtert.

„Enjoy the journey“ – Genieße die Reise –, dieses Lebensmotto hat sich Borna Sosa auf den Nacken tätowieren lassen. „Ich denke immer positiv, auch wenn es Rückschläge gibt wie meine letzte Verletzung“, sagt der junge Kroate, der sich durchaus auch ein Duett mit Insua auf der linken Seite vorstellen kann. „Zusammen hat es bisher gut gepasst, denn wir sind verschieden“, sagt Sosa: „Emiliano ist eher einer, der in die Mitte zieht. Ich dagegen bevorzuge das Spiel an der Linie.“

Am Samstag zum Rückrundenauftakt gegen Mainz dürfte der linke Part in der Viererkette an ihn gehen. Sosa ist auch hier ein Optimist: „Wir haben bisher längst nicht das gezeigt, was in uns steckt.“

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Erstellt:
16. Januar 2019, 03:14 Uhr

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