Wegen Wolfram Weimer
Mehrere Hundert Menschen protestieren in Leipzig vor Buchmesse-Festakt
Vor dem Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse protestieren Hunderte Menschen gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Warum ihm Kulturkampf vorgeworfen wird.
© Hendrik Schmidt/dpa/Hendrik Schmidt
Teilnehmer einer Kundgebung des Leipziger Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ protestieren vor Beginn des Festakts zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse vor dem Gewandhaus in Leipzig.
Von red/dpa
Mehrere Hundert Menschen haben in Leipzig gegen die Kulturpolitik des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, protestiert. Sie versammelten sich vor dem Gewandhaus, in dem Weimer am Abend eine Rede beim Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse halten sollte. Teilnehmer der Kundgebung hielten Schilder hoch, auf denen der Rücktritt Weimers gefordert oder er als „Kulturkampfminister“ bezeichnet wurde.
Auf der Demonstration wurde ein Statement der drei linken Buchläden verlesen, die der Kulturstaatsminister von der Liste der Nominierten für den Deutschen Buchhandlungspreis hatte streichen lassen. Sie seien in vielerlei Hinsicht überwältigt, erklärten die Buchhändler. „Wir freuen uns sehr, dass sich solidarische Menschen versammeln, um sich gegen die peinliche Praxis des Kulturkampfministers Wolfram Weimar zu wehren.“
Buchläden klagen gegen Entscheidung Weimers
„Wir haben uns auf einen Preis beworben, hätten ihn bekommen, wurden belogen und nachträglich gestrichen, weil wir einem erzkonservativen Minister nicht in den Kram passen. Er bläst zum Angriff auf Buchläden, auf Orte der Irritation, wo sich Menschen über die Welt, in der sie leben müssen, informieren können“, hieß es weiter. Die Buchläden aus Berlin, Bremen und Göttingen klagen gegen die Entscheidung des Kulturstaatsministers.
Weimer hatte die Streichung der Buchläden mit „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ begründet. Dieses Vorgehen kritisiert auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Buchläden sollten den Deutschen Buchhandelspreis bekommen, „sei es nach einem Gerichtsverfahren oder durch Einsicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes, Peter Kraus vom Cleff.
