Ruoff-Stiftung Nürtingen

Mit Michael Urtz durch die Wogen des Lebens und der Farbe

Michael Urtz zählte als Studierender an der Stuttgarter Kunstakademie zu den zentralen Persönlichkeiten. Jetzt erinnert die Ruoff-Stiftung in Nürtingen an den 2021 verstorbenen Maler.

Michael Urtz in seinem Atelier in Stuttgart-Bad Cannstatt

© Michael Urtz Estate

Michael Urtz in seinem Atelier in Stuttgart-Bad Cannstatt

Von Nikolai B. Forstbauer

Ein hagerer junger Mann von großem Ernst. Das war einst der erste Eindruck. Ein Maler und Zeichner, der sich mit klarem Strich mit dem Tod beschäftigt. Mit dem Tod von Tieren – und doch mit dem Tod an sich. Michael Urtz als Absolvent der Stuttgarter Kunstakademie – da war einer auf eigenem Pfad. Einer, der die von Künstler- und Lehrerpersönlichkeit K.R.H. Sonderborg verkörperte Freiheit und Unbedingtheit buchstäblich durch die Linie zu ergründen suchte.

Der Linie blieb Michael Urtz treu, dem Wagnis eines Anfangs, der doch bereits das Bild sein kann. Die Themen aber brachten die Farbe. Natur und Landschaft. Die französische Atlantikküste – und damit die stete Bewegung. Kann man sich in das Leben malen? Das wäre eine Frage, die man dem 2021 gestorbenen Künstler wohl gerne stellen würde.

Unter dem Titel „Konzept Poesie“ erinnert jetzt die Fritz und Hildegard Ruoff-Stiftung in Nürtingen (Schellingstraße 12) an das Schaffen von Michael Urtz. Eröffnet wird die in Kooperation mit dem Michael Urtz Estate realisierte Schau an diesem Sonntag, 28. Juni, um 11 Uhr. Für Susanne Ackermann, Geschäftsführerin der Ruoff-Stiftung, ist es „eine wirkliche Wiederentdeckung“. Werke von 1978 bis ins Jahr 2021 sind versammelt – „da ergeben sich“, sagt Ackermann, „gerade in den Räumen der Ruoff-Stiftung ganz besondere Dialoge“.

„Ein Maler, der aus der Linie denkt? Ein Zeichner, der aus dem Raum denkt? Fünf Jahre nach dem Tod des Stuttgarter Künstlers Michael Urtz (1952-2021) ist es Zeit, sich ebenso der Härte wie der Schönheit im Werk von Urtz zu stellen“, heißt es denn auch zu „Konzept Poesie“ vorab. Und: „In seinen Studienjahren an der Stuttgarter Akademie erlebt Michael Urtz die Konfrontation von Gestik und Konzept. Was bleibt davon wichtig für seine poetischen Landschaften der Jahre 2010 bis 2021 – und welche Rolle spielt umgekehrt der unterstellte malerische Feinsinn für eine sich immer weiter zuspitzende Reduktion in der Zeichnung?“

Ausstellung Michael Urtz mit Begleitprogramm

„Vielleicht“, sagt Susanne Ackermann, „kann die Ausstellung eine der Fragen beantworten. Bestimmt aber kommen neue Fragen auf – und das ist ja das Spannende“. Zu sehen ist „Michael Urtz – Konzept Poesie“ bis zum 20. September (Samstag und Sonntag 13 bis 17 Uhr. Eine Führung mit der Kunsthistorikerin Constanze Halsband gibt es am Sonntag, 5. Juli, um 15 Uhr; noch tiefere Einblicke in das Leben und das Werk ermöglicht am Mittwoch, 15. Juli (19 Uhr), ein Abend mit der Nachlass-Verwalterin und Galeristin Katharina Lauffer.

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Erstellt:
24. Juni 2026, 14:56 Uhr

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