Kunstraub
Ein Jahr nach spektakulärem Raub: Antiker Goldhelm zurück
Anfang 2025 sprengen Einbrecher die Türen eines Museums. Sie stehlen wertvolle Kunstschätze aus Rumänien - darunter ein rund 2.500 Jahre alter Goldhelm. Nun machen die mutmaßlichen Täter einen Deal.
© Sem Van Der Wal/ANP/dpa
Der Goldhelm aus fast reinem Gold gilt als Kulturgut von unschätzbarem Wert und Symbol für die Geschichte Rumäniens.
Von dpa
Assen - Mehr als ein Jahr nach dem spektakulären Kunstraub aus einem niederländischen Museum ist der Großteil der Beute wieder in Sicherheit. Dazu gehört auch das wertvollste Stück: ein rund 2.500 Jahre alter Goldhelm aus Rumänien.
Der Helm und zwei antike Goldarmreifen seien der Staatsanwaltschaft übergeben worden, teilte die niederländische Staatsanwältin Corien Fahner in Assen mit. Die Beute sei durch Vermittlung der Verteidiger der Tatverdächtigen übergeben worden. Der Prozess gegen drei mutmaßliche Täter beginnt in etwa zehn Tagen.
Helm ist leicht beschädigt
Die Kunstschätze wurden im Museum in Assen unter strengem Polizeischutz präsentiert. Der Helm aus der Zeit um 450 vor Christus ist nach Angaben von Museumsdirektor Robert van Langh leicht eingedrückt, aber nicht dauerhaft beschädigt: "Die beiden Armreifen sind in perfektem Zustand".
Ein dritter Armreifen fehlt noch. Die Suche danach wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft fortgesetzt. Wo die Kunstschätze in den vergangenen 14 Monaten waren, wurde nicht mitgeteilt.
Deal mit Tätern
Den Schlüssel für die Rückgabe der Beute hätten die Verdächtigen selbst gehabt, sagte die Staatsanwältin. Die Justiz hatte demnach einen Deal mit den mutmaßlichen Tätern gemacht. Einzelheiten dazu nannte sie nicht. Möglicherweise wurde ihnen eine geringere Strafe in Aussicht gestellt.
Rumänische Ermittler hatten eng mit den niederländischen Kollegen zusammen gearbeitet. "Dadurch bekommen wir nicht nur rumänisches Kulturerbe zurück, sondern auch europäisches", sagte die rumänische Staatsanwältin Daniela Buruiana in Assen.
Vier Verdächtige festgenommen
In der Nacht zum 25. Januar 2025 hatten Einbrecher den Eingang des kulturhistorischen Museums in Assen in der nördlichen Provinz Drente gesprengt. Sie hatten es auf Kulturschätze der Sonderausstellung "Dakien - das Reich aus Gold und Silber" abgesehen. Die Objekte aus dem Nationalmuseum für die Landesgeschichte in Bukarest sollten nur wenig später nach Rumänien zurückgebracht worden.
Schon einige Tage nach der Tat waren nach Tipps aus der Bevölkerung vier Verdächtige weit entfernt vom Tatort, nämlich etwa 50 Kilometer im Norden von Amsterdam, festgenommen worden. Drei von ihnen, Männer im Alter von 21 bis 36 Jahre, wird nun der Prozess gemacht.
Rumänien geschockt wegen des Verlusts
Der Kunstraub hatte vor allem in Rumänien einen Schock ausgelöst. Der Goldhelm aus fast reinem Gold gilt als Kulturgut von unschätzbarem Wert und Symbol für die Geschichte Rumäniens. Die Kunstschätze sollen nun so schnell wie möglich nach Rumänien zurückkehren.
Die Versicherung hatte dem Museum in Rumänien inzwischen eine Entschädigung von 5,7 Millionen Euro bezahlt. Diese Summe war von der niederländischen Regierung der Versicherung erstattet worden.
© Sem Van Der Wal/ANP/dpa
Der Kunstraub hatte vor allem in Rumänien einen Schock ausgelöst.
