„Tatort“-Kritik aus Berlin
So war Corinna Harfouchs Abschiedsfolge
Wir haben gesehen: „Gefahrengebiet“, der letzte „Tatort“ mit Corinna Harfouch als Susanne Bonard. War es ein guter Krimi?
© rbb/Conny Klein
Susanne Bonard (Corinna Harfouch, Bild) hat es geschafft: Sie verbringt ihren letzten Tag im Dienst in der Mordkommission des LKA.
Von Ulla Hanselmann
Was taugt „Gefahrengebiet“? Der neue „Tatort“ aus Berlin im Schnellcheck.
Die Handlung in zwei Sätzen
Am Teufelsberg wird eine Wölfin und auch ein toter Obdachloser gesichtet. Susanne Bonard (Corinna Harfouch) will sich drei Tage vor ihrer Verabschiedung in die Rente weniger mit dem Fall als mit ihrem „inneren Wolf“ beschäftigen und haut ab in den Wald; unterdessen erhält Kollege Robert Karow (Mark Waschke) bei einem One-Night-Stand Einsichten in einen Top-Prepper-Bunker und darf unter Medikamenteneinfluss kräftig delirieren.
Zahl der Leichen
2
Dauerkrise
Wie sichert man sein Überleben, wenn „Klima, Krieg, KI-Krise“ zuschlagen? Darum geht’s in „Gefahrengebiet“. Ach, in Berlin sind eigentlich alle immer in der Krise.
Motzen ist gut
„Jetzt mal alle schön ergebnisoffen bitte! Spuren einholen und sichern, so wie wir es auf der Polizeischule gelernt haben“, schreit Karow entnervt, als alle vorschnell den Wolf für den Täter halten. Kratzbürstig steht ihm gut, zuletzt war eh zuviel Harmonie im Berliner LKA.
Klappt doch
Der Survival-Schüler Noah (Nils Kahnwald) spricht von Häutung, bei Bonard ist es eher eine Reinigung. Nachdem sie ihre Seele mit eiskaltem Seewasser von Zweifeln und Ängsten befreit hat, erledigt sie ihre Arbeit. Und lässt sich doch auf Sekt und Schnittchen ein, obwohl sie zuerst meinte, das sei nichts für sie.
Klappt nicht
Bei Noah hat die Krisenbewältigung nicht gut funktioniert. Erst ist sein Überlebensinstinkt so groß, dass er den Proviant klauenden Obdachlosen erschlägt, und nach der Liebesnacht mit Karow sieht er nur den Suizid als Ausweg? Echt jetzt?
Unser Fazit
Atmosphärisch stark, kriminalistisch schwach. Das ist nur gut auszuhalten, weil es a) Harfouchs Abschied ist und b) sie und Waschke schauspielerisch von der Leine gelassen werden. Von Harfouch hätte man sich solche Grenzgänge öfter mal gewünscht. Umso gespannter blicken wir der Zukunft des Berliner „Tatorts“ entgegen.
Spannung
Note 4
Logik
Note 4
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Sechs Folgen lang waren sie ein Team: Corinna Harfouch als Susanne Bonard und Mark Waschke als Robert Karow vor ihrem Kommissariat im ehemaligen Flughafen Tegel.
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Zu Beginn von „Gefahrengebiet“ fällt Bonards Dienstausweis in eine Pfütze im Wald – kein gutes Omen.
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Ihr letzter gemeinsamer Fall führt Susanne Bonard (Corinna Harfouch, re.) und Robert Karow (Mark Waschke, li.) zum Teufelsberg.
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Dort wurde die Leiche eines Obdachlosen gefunden. Susanne Bonard (Corinna Harfouch, re.) und Robert Karow (Mark Waschke, li.) lassen sich Bericht erstatten von ihrem Kollegen Polizeihauptmeister Salitter (Holger Kunkel, mitte), der nach dem Notruf als Erster am Tatort war.
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Susanne Bonard (Corinna Harfouch, re.) und Robert Karow (Mark Waschke, li.) werten die Spuren am Tatort aus, wo der tote Obdachlose im Wald entdeckt wurde.
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Robert Karow (Mark Waschke, Bild) sieht sich in der Nähe des Tatorts an der ehemaligen Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg um.
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Die Spaziergängerin Edda Odin (Catherine Stoyan, re.) erzählt Susanne Bonard (Corinna Harfouch, li.) und Robert Karow (Mark Waschke, Mitte), wie sie den Toten gefunden hat. Und von der Wölfin, die sie gesichtet hat, erzählt sie auch.
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Der Wildniswanderer Noah Farrell (Nils Kahnwald, Bild) bricht seine Wanderung nach dem Aufeinandertreffen mit den Ermittlern ab.
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Noah ist Kunde der Wildnislehrerin Dara Kimmerer (Anne Ratte-Polle, Bild) – die Professorin führt Menschen zu Selbsterfahrungszwecken auf Wildniswanderungen.
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Nach einer unüberlegten Handlung lässt Susanne Bonard (Corinna Harfouch, li.) ihren Kollegen Karow einfach im Wald stehen und folgt der Wildnislehrerin (Anne Ratte-Polle, re.). Sie bittet sie, sie mit auf die Tour durch den Wald zu nehmen.
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Karow muss also alleine klar kommen. Irgendwann taucht Susanne Bonards Ehemann Kaya Kaymaz (Ercan Karacayli, re.) im Kommissariat auf, da er seine Frau telefonisch nicht erreicht, doch Robert Karow (Mark Waschke, li.) kann und will ihm nichts sagen.
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Auch Staatsanwältin Sara Taghavi (Jasmin Tabatabai, re.) befragt Robert Karow (Mark Waschke, li.) zum Verbleib seiner verschollenen Kollegin.
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Gerichtsmedizinerin Jamila Marquez (Cynthia Micas, Mitte) weist Staatsanwältin Sara Taghavi (Jasmin Tabatabai, li.) und Kommissar Robert Karow (Mark Waschke, re.) auf die Frakturen am Kopf des Toten hin. Der Wolf als Täter ist damit aus dem Spiel. Auch stellt sich heraus, dass Bissspuren post mortem entstanden sind.
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Robert Karow (Mark Waschke, re.) trifft den Wildniswanderer Noah Farrell (Nils Kahnwald) wieder. Der nimmt ihn mit in seinen Prepper-Bunker, wo sie die Nacht zusammen verbringen.
