Weitere Corona-Ausbrüche in Seniorenheimen

dpa/lsw Bammental/Laichingen. In Heimen für Senioren kommt es im Südwesten vermehrt zu Corona-Ausbrüchen. Die Einrichtungen reagieren mit flächendeckenden Tests und erlassen Besuchsverbote.

Ein Arzt hält einen Tupfer zum Abstrich für einen Corona-Test in der Hand. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Ein Arzt hält einen Tupfer zum Abstrich für einen Corona-Test in der Hand. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

In mehreren Seniorenheimen in Baden-Württemberg ist es zu größeren Coronavirus-Ausbrüchen gekommen. Die Heime haben Besuchsverbote ausgesprochen und versuchen, mit Flächentestungen wieder Herr der Lage zu werden. In einem Seniorenheim in Bammental (Rhein-Neckar-Kreis) haben sich 33 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Drei von ihnen sind Mitarbeiter, wie ein Sprecher des Landkreises am Donnerstag sagte.

Weitere Mitarbeiter wurden am Dienstag getestet, Ergebnisse dazu standen noch aus. In einem weiteren Flächentest sollten am Donnerstag alle Bewohner und die Mitarbeitenden weiterer Wohnbereiche abgestrichen werden. Der betroffene Bereich des Hauses wurde unter Quarantäne gestellt. Neben dem Besuchsverbot gilt ein Aufnahme- und Verlegestopp.

In einem Seniorenheim in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) starben bislang sechs Bewohner in Folge einer Infektion. Insgesamt seien in dem Heim seit vergangener Woche 42 Bewohner und 22 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Fünf weitere Infizierte befanden sich am Mittwoch laut einer Sprecherin der Einrichtung in einem kritischen Zustand. In einer Einrichtung in Blaustein (Alb-Donau-Kreis) sind 26 Bewohner und acht Mitarbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, einige Testergebnisse stehen derzeit noch aus. Derzeit gehe man davon aus, dass das Virus über mehrere Wege in das Heim kam: Mehrere Menschen, die in den letzten Wochen zu Besuch waren, hätten im Nachhinein zugegeben, dass sie sich nicht an alle Hygiene-Vorschriften gehalten hätten, sagte eine Sprecherin der Einrichtung.

Auch in Mannheim kam es zu einem Corona-Ausbruch in einem Altenpflegeheim. Das Virus sei bislang bei sieben Bewohnern und mittlerweile zwei Mitarbeitern nachgewiesen worden, wie ein Sprecher des Pflegeheims am Donnerstag sagte. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, blieben in Absprache mit dem Gesundheitsamt Mannheim alle Bewohner der Gruppe zur Quarantäne in ihren Zimmern. Dort würden sie von jeweils fest zugeordneten Pflegekräften betreut.

In den vergangenen Wochen hatte es in Baden-Württemberg immer wieder Corona-Ausbrüche in Senioren- und Pflegeheimen gegeben. In einem Altenheim in Marxzell (Kreis Karlsruhe) waren 39 Bewohner und 15 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden. Bislang ist es nach Angaben eines Sprechers des Karlsruher Landratsamts mindestens zu neun Todesfällen gekommen. Auch nach einem Corona-Ausbruch in einer Stuttgarter Einrichtung starben nach Angaben der Stadt vom Mittwoch insgesamt vier Infizierte.

Das Sozialministerium in Stuttgart plant trotz der steigenden Infektionszahlen in den Einrichtungen für ältere Menschen keine weitergehenden Maßnahmen, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. Wegen der Unterschiede in den verschiedenen Stadt- und Landkreisen liege es derzeit an den zuständigen regionalen Behörden, auf das jeweilige Pandemiegeschehen zu reagieren.

So soll die derzeitige Regelung von zwei Besuchern pro Tag pro Pflegebedürftigem in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern weiter gelten. Die Lage im Land sei so heterogen, dass „weitergehende pauschale Kontaktbeschränkungen mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in Konflikt gerieten“, so der Sprecher. Vergleichbare Einschränkungen wie im Frühjahr seien derzeit trotz der sehr bedauerlichen Infektionsfälle in Heimen nicht angezeigt. Bei strengeren Maßnahmen gelte es auch die damit verbundenen Auswirkungen auf die betroffenen Menschen zu berücksichtigen.

Eine Pflegerin hält im Altenheim die Hand einer Bewohnerin. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Eine Pflegerin hält im Altenheim die Hand einer Bewohnerin. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

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Erstellt:
22. Oktober 2020, 09:30 Uhr

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