Die Bienen sind los

400 Bienenvölker schwirren nach Laster-Unfall in Texas umher

Ein umgekippter Lastwagen setzt in einen kleinen Ort in Texas Millionen  Bienen frei. Einsatzkräfte und Freiwillige versuchen die Tiere zu retten. Dabei geht es den Bienenvölkern in den USA ohnehin schon miserabel genug.

Am 21. Juni 2026 kippte ein Sattelauflieger mit rund 400 Bienenstöcken um, wodurch Millionen von Bienen in ein ländliches Wohngebiet im Orange County, Texas, entkommen konnten.

© Christie Ray/Queen Bee Supply/AP/dpa

Am 21. Juni 2026 kippte ein Sattelauflieger mit rund 400 Bienenstöcken um, wodurch Millionen von Bienen in ein ländliches Wohngebiet im Orange County, Texas, entkommen konnten.

Von Markus Brauer

Im US-Bundesstaat Texas haben Millionen von Honigbienen für eine Ausnahmesituation gesorgt. Die Insekten waren Transportgut eines Lastwagens, der in der Ortschaft Mauriceville umgekippt war, wie mehrere US-Medien berichten. Auf Videos von vor Ort ist zu sehen, wie die Bienen in dichten Schwärme in Bäumen hingen und den Boden bedeckten.

Anwohner sollten Häuser nicht verlassen

US-Medien zufolge hatte der Laster rund 400 Bienenvölker geladen. Lokale Behörden riefen Anwohner dazu auf, ihre Häuser zunächst nicht zu verlassen und andere, die Gegend zu meiden.

Die aufgescheuchten Bienen machten auch vor Journalisten nicht Halt, wie gestochene Reporter berichteten. Welchen Schaden die Bienenvölker durch den Unfall genommen haben, war zunächst nicht klar.

Einsatzkräfte unterstützt von Freiwilligen in Schutzanzügen verluden die Bienen laut Berichten auf andere Lastwagen, um sie dann auf Honigfarmen in der Nähe zu verteilen. Wem die Bienen ursprünglich gehörten, war zunächst nicht klar. Der Vorfall ereignete sich bereits am Sonntag (21. Juni).

Zwei Drittel der Bienenvölker in den USA verendet

Im Winter 2024/25 waren mehr als zwei Drittel der Bienenpopulation in den USA verendet. Betroffen waren vor allem gewerbliche Imker, deren Lebensunterhalt auf die Bienen angewiesen ist.

Die Zahlen stammen von dem Forschungsprojekt Apis m., dem lateinischen Namen der Europäischen Honigbiene. „Project Apis m.“ (kurz: Pam) überwacht die Honigbienenpopulation in den USA. Forscher kamen dem Massensterben auf die Spur, nachdem im Winter eine große Zahl der Bienen Richtung US-Bundesstaat Kalifornien migriert war. Dort befinden sich nämlich große Mandel-Plantagen. Die Pflanzen können ohne die Pollen-Bestäubung der Bienen nicht aufrechterhalten werden und die stetig wachsende Nachfrage stillen.

Das massenhafte Sterben der völkerbildenden Insekten war keine Ausnahme. Dass bis zu ein Fünftel des Bienenvolkes über die Wintermonate stirbt, ist eigentlich normal – und wichtig, um die Kolonie am Leben zu erhalten. Doch in dieser Größenordnung war es bisher nicht bekannt.

Colony Collapse Disorder – das große Sterben

US-Forscher haben dem massenhaften Bienensterben der vergangenen Jahre den Namen Colony Collapse Disorder (CCD – Völkerkollaps) gegeben. Nach dem Winter fehlt ein Großteil der erwachsenen Tiere im Stock. Auch in der näheren Umgebung sind keine toten Bienen zu finden. Nur die Königin, Brut und Jungbienen, die von Parasiten, Pilzen und Viren befallen sind, befinden sich im Stock.

Das Schlagwort Bienensterben steht in öffentlichen Debatten und Medien für die These, dass es weltweit einen starken Rückgang der Anzahl von Völkern der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) gebe, für den der Mensch durch globalisierte, industriell-technische Formen der Landnutzung (Monokulturen, Pestizide, Transport etc.) verantwortlich sei.

Diese Ansicht wird auch in bekannten Filmen wie „Vanishing of the Bees“ (2009), „Das Geheimnis des Bienensterbens“ (2010) und „More than Honey“ (2012) vermittelt.

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Erstellt:
24. Juni 2026, 13:10 Uhr

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