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Affäre um Fördergeld: Nachspiel für Christoph Sonntags Frau

dpa/lsw Stuttgart. Die Affäre um Fördergeld für den Kabarettisten Christoph Sonntag hat nun auch ein Nachspiel für die Noch-Ehefrau des Bühnenstars. Sie hatte Sonntag vorgeworfen, die Fördermittel für ein Projekt veruntreut zu haben. Nun ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen die 31-Jährige. Zuerst hat die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) darüber berichtet. Elisabeth Sonntag wies die Vorwürfe als unzutreffend zurück.

„Es besteht der Anfangsverdacht, dass die Beschuldigte sich durch Drohung mit Veröffentlichung von Umständen, die rufschädigend sein könnten, einer versuchten Erpressung strafbar gemacht haben könnte“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Dagegen bezeichnete der Anwalt von Elisabeth Sonntag das Vorgehen ihres getrennt von ihr lebenden Mannes als „abgekartetes Spiel“. Seine Mandantin habe im Streit mit ihrem Mann nie gedroht, um einen wirtschaftlichen Vorteil zu erzwingen.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) war in der Affäre wegen Kumpaneivorwürfen unter Druck geraten. Es geht um zwei Abendessen des Ministers mit dem Kabarettisten, die dieser bezahlt hatte. Beide Abendessen fielen in einen Zeitraum, in dem sich Sonntag um eine Verlängerung eines Jugendprojekts des gemeinnützigen Unternehmens „Stiphtung Christoph Sonntag“ bemüht hatte. Das Land hatte das Projekt mit 180 000 Euro gefördert. Der Minister bezeichnete es später als einen großen Fehler, dass er die Essen nicht selbst bezahlte. Die Kumpaneivorwürfe wies Lucha aber wiederholt zurück.

Das Sozialministerium hatte die Landeszentrale für politische Bildung ins Boot geholt, um Sonntags Projekt zu begleiten. Sie hatte im September nach einer Prüfung erklärt, die Beträge seien korrekt abgerechnet worden. Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft den Kabarettisten entlastet und das Prüfverfahren eingestellt. Sie prüft aber noch, ob sich Sonntag der Vorteilsgewährung schuldig gemacht hat, als er Lucha zum Abendessen einlud.

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Erstellt:
15. April 2020, 17:25 Uhr

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