Drohne am Flughafen
Attacke auf Airport Leipzig – Ermittler finden offenbar zweite Sprengstoffdrohne
Der Anschlagsversuch auf den Flughafen Leipzig/Halle hat Deutschland erschüttert. Laut Medienberichten wurde eine weitere Sprengstoffdrohne gefunden.
© Hendrik Schmidt/dpa
Polizisten suchen nach dem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle die Umgebung ab. Auf einem angrenzenden Feld wurden sie offenbar fündig.
Von Roland Müller
Der Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig vor drei Wochen war offenbar gefährlicher als bisher bekannt. Laut Medienberichten haben Ermittler bereits am 14. August eine weitere Sprengstoffdrohne im unmittelbaren Umfeld des Airports gefunden. Das berichten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“. Die ermittelnde Bundesanwaltschaft wollte sich laut dem Medienbericht derzeit zum Thema nicht äußern.
Die Ermittler sollen an der Fundstelle der Drohne eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte, wie „SZ“, NDR und WDR unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten. „Die Täter hatten womöglich einen weitaus größeren Anschlag im Sinn als bislang öffentlich bekannt“, hieß es in dem Bericht.
Weitere Drohne soll mit DHL-Frachtflugzeug kollidiert sein
Am Flughafen Leipzig war Anfang August im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland.
Eine zweite Drohne soll wenige Minuten nach dem Fund der ersten mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidiert sein, wie „SZ“, NDR und WDR berichteten. Das Flugzeug prallte wohl auf der Höhe des Flughafenzauns mit einer Geschwindigkeit von mehreren Hundert Stundenkilometern mit der Drohne zusammen. Wenige Sekunden zuvor sollen die Piloten der Maschine ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen haben.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach in Zusammenhang mit dem Vorfall von einem „hybriden Anschlagsszenario“ und einer „neuen Bedrohung“. Als Urheber kämen aufgrund der Professionalität des Vorgehens auch „fremde Mächte“ in Frage. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.
Allgemein werden von Beobachtern aufgrund des Vorgehens und wegen Parallelen zu früheren Anschlagsversuchen russische Geheimdienste hinter der Attacke vermutet. Moskau weist eine Beteiligung zurück.
Mit Material der Nachrichtenagentur afp.
