Gesundheit
Auch Männer kommen in die Wechseljahre
Bei Frauen sind die Wechseljahre eine Zeit starker hormoneller Veränderung. Auch bei Männern ändern sich die Hormonspiegel im Laufe der Lebenszeit. Doch ist das vergleichbar?
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Erektionsprobleme können – neben Müdigkeit oder Libidoverlust – ein Hinweis auf einen Testosteron-Mangel sein.
Von Markus Brauer/dpa
Die (Peri-) Menopause ist eine prägende Zeit für viele Frauen: Der Östrogenspiegel sinkt, es kommt zu Symptomen wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen. Gibt es solche Wechseljahre auch bei Männern?
- Zur Info: Die Peri-Menopause meint die Zeit vor und um die Menopause herum. Sie beginnt im Durchschnitt in den frühen bis mittleren 40ern, manchmal jedoch schon Ende 30. Medizinisch endet sie ein Jahr nach der letzten Regelblutung. Die Dauer ist sehr unterschiedlich. Bei den meisten dauert sie vier bis acht Jahre, einige erleben nur ein bis zwei Jahre, während andere über ein Jahrzehnt mit den hormonellen Veränderungen zu tun haben.
„Ein ganz klares Nein“, sagt Jann-Frederik Cremers von der Klinik für Andrologie am Universitätsklinikum Münster. Aber: „Im Laufe des Lebens fallen die Testosteronwerte beim gesunden Mann innerhalb des Normbereichs langsam ab.“ Das sei normal.
Anzeichen für einen Testosteron-Mangel
Diese Hormonveränderung sei ein langsamer Prozess. Er führt bei gesunden Männern in der Regel nicht zu einem Testosteron-Mangel. Unter bestimmten Umständen kann es allerdings doch dazu kommen.
Ihn erkennt man an:
- Müdigkeit
- sexueller Unlust
- Erektionsproblemen
- Schlafstörungen
- Hitzewallungen/starkem Schwitzen
- verminderter Knochendichte (Osteoporose)
Diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben. Begünstigt wird die Hormonumstellung durch Übergewicht (vor allem am Bauch), wenig Bewegung und Stress. Zum Vorbeugen hilft vor allem ein gesunder Lebensstil: eine ausgewogene Ernährung, Sport und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen.
- Zur Info: Testosteron gehört biologisch zur Gruppe der Androgene, den männlichen Geschlechtshormonen. Als wichtigstes Androgen ist Testosteron notwendig und verantwortlich für die Ausbildung und den Erhalt der männlichen Geschlechtsmerkmale sowie die Aufrechterhaltung der maskulinen reproduktiven Funktionen, also Spermienbildung und Libido. Auch Antrieb, Ausdauer, Risikobereitschaft oder Konkurrenzverhalten werden durch das Hormon beeinflusst.
Wann Mann zum Arzt gehen sollte
Falls solche Symptome auftreten, empfiehlt Cremers einen Besuch bei der Hausärztin oder beim Urologen. „Erstmal sollte man untersuchen, ob das tatsächlich ein Testosteron-Mangel ist.“
Dafür misst man den Testosteron-Spiegel über einen Bluttest, am besten zweimal morgens. Von frei erhältlichen Selbsttests rät Cremers ab, die seien nicht ausreichend zuverlässig.
Bestätigt sich ein Mangel, könne eine Therapie starten. Gibt es organische Ursachen, gibt man Testosteron zu. Ansonsten spricht Cremers von Maßnahmen wie sportlicher Aktivierung und einer Regulierung des Stoffwechsels.
