Aufarbeitung des Leids von Verschickungskindern

dpa/lsw Stuttgart. Um das Leid der als Verschickungskinder bekannt gewordenen Jungen und Mädchen aufzuarbeiten, finanziert das Land Baden-Württemberg den Aufbau einer Koordinierungsstelle. Vom Sozialministerium werden dafür in diesem und im nächsten Jahr jeweils 20 000 Euro bereitgestellt. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Stuttgarter Zeitung (Dienstag).

Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Soziales und Integration von Baden-Württemberg. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Soziales und Integration von Baden-Württemberg. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Das Geld fließt an die Landesgruppe der Initiative Verschickungskinder, dort soll die Koordinierungsstelle aufgebaut werden. „Wir werden die Betroffenen nicht im Stich lassen, in der wissenschaftlichen Aufarbeitung am Ball bleiben und ihre Selbstorganisationsstruktur mit Finanzmitteln fördern“, sagte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) der Zeitung.

Als „Verschickungskinder“ wurden die Jungen und Mädchen bekannt, die nach 1945 bis in die 1980er Jahre hinein von ihren Eltern in guter Absicht in Kinderkuren vor allem an die Nordsee, in den Harz und in den Schwarzwald verschickt wurden. Betroffene berichteten später von Schlafentzug, Schlägen, Isolierung, Zwangsmahlzeiten und Anstaltskleidung. In mehreren Bundesländern haben sie sich inzwischen organisiert. Baden-Württemberg zählt neben Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu den besonders betroffenen Ländern.

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Erstellt:
14. September 2020, 18:35 Uhr

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