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Bühne statt Beton: Theater bespielt Baugrube „Stuttgart 21“

dpa/lsw Stuttgart. Die Bühne ist ein Loch mitten in der Stadt. Als „Stuttgart 21“ bekannt geworden, wird die Baugrube der Nation an den kommenden Abenden weniger von Betonbauern als von einem der bekanntesten Punk-Musiker bespielt. Ein Musiktheater ist zu Gast.

Regisseur Schorsch Kamerun steht in der Volksbühne in Berlin. Foto: Jens Kalaene/Archivbild

Regisseur Schorsch Kamerun steht in der Volksbühne in Berlin. Foto: Jens Kalaene/Archivbild

Die Baugrube des Mega-Projekts Stuttgart 21 wird zur Bühne: An vier Abenden will der Regisseur und Goldene-Zitronen-Sänger Schorsch Kamerun die Baugrube des künftigen Durchgangsbahnhofs mit seiner Version eines Musiktheaters unter dem Titel „Motor City Super Stuttgart“ bespielen. Er werde die Philosophie des Projekts auf-, aber auch angreifen, sagte Kamerun vor der heutigen Premiere.

Die Inszenierung werde Kritik üben an einem Wachstumsdenken, für das auch Stuttgart 21 stehe. „Stuttgart 21 ist für mich kein Fortschritt“, sagte Kamerun der Deutschen Presse-Agentur. „Ich finde es sogar unmodern, weil es für ein Festhalten am Wachstumszwang steht. Ich schaue traurig auf dieses Projekt.“

Die „Baustellensinfonie“ führt der 56-Jährige mit Einverständnis der Bauleitung direkt unterhalb einer der massiven Kelchstützen an den künftigen Gleisen auf. Sie werde sich nicht mit dem Pro und Contra des Projekts auseinandersetzen, verriet das Stuttgarter Theater Rampe als Veranstalter. Vielmehr setze sie das Bauvorhaben als gescheitert voraus und werbe für einen Baustopp und eine Umnutzung des Areals.

Der geplante Durchgangsbahnhof soll den aktuellen Kopfbahnhof der Landeshauptstadt ersetzen. Rollen sollen die Züge dort von 2025 an. Ursprünglich war von einem Betriebsstart 2021 die Rede gewesen. Das Bahnprojekt Stuttgart 21 inklusive aller Brücken und Zubringertunnel zum neuen Tiefbahnhof soll nach letzten Schätzungen am Ende 8,2 Milliarden Euro kosten.

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Erstellt:
19. September 2019, 01:54 Uhr

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