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Bullenhitze bringt Schulleiter in Zwickmühle

dpa/lsw Stuttgart. Rekordverdächtige Temperaturen bringen Schulleiter nach Meinung des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung (VBE) in ein Dilemma. „Es ist keine beneidenswerte Situation, in der sich Schulleiter an heißen Sommertagen befinden“, sagte der VBE-Sprecher Michael Gomolzig am Mittwoch in Stuttgart. Während in anderen Bundesländern bereits die Sommerferien angefangen haben, sollten die Rektoren im Südwesten bei Freibad-Temperaturen entscheiden, ob die Schüler weiter im Klassenzimmer schmoren oder wegen hitzefrei früher heimgeschickt werden. In jedem Fall gebe es Protest von Eltern, entweder über Unterrichtsausfall oder über mangelndes Mitgefühl mit den schwitzenden Kindern, sagte Gomolzig, selbst Rektor einer Grundschule im Rems-Murr-Kreis.

Schüler einer 2. Klasse laufen in einer Grundschule an einer Tafel mit der Aufschrift "Hitzefrei" vorbei. Foto: Sebastian Kahnert/Archivbild

Schüler einer 2. Klasse laufen in einer Grundschule an einer Tafel mit der Aufschrift "Hitzefrei" vorbei. Foto: Sebastian Kahnert/Archivbild

Bis in die 80er Jahre konnten sich nach VBE-Angaben Rektoren an den Verwaltungsvorschriften orientieren, die vorsahen, bei einer um 10.00 Uhr gemessenen Temperatur von über 25 Grad im Schatten den Schülern nach der vierten Stunde hitzefrei zu geben. Heute liegt die Entscheidung ganz im Ermessen des Rektors, der damit - so der VBE - auch in der Schusslinie stehe.

Nach Empfehlung des Kultusministeriums sind bei dem Beschluss das körperliche Wohl der Schüler sowie deren Fahrtwege und die baulichen Verhältnisse der Schulen zu berücksichtigen. Weitere Kriterien des Ministeriums für die Schulleiter sind: Benachbarte Schulen stimmen sich ab und Fahrschülern müssen auch bis zur Heimfahrt Aufenthaltsräume und Aufsicht bereit gestellt werden. Hitzefrei gibt es weder für die beruflichen Schulen noch für die gymnasiale Oberstufe.

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Erstellt:
26. Juni 2019, 11:33 Uhr

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