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Schock in Vogtareuth: Mutter und zwei Töchter tot

dpa Vogtareuth. Eine grausige Tat erschüttert einen kleinen Ort in Oberbayern. Am Morgen findet die Polizei in einer Doppelhaushälfte drei Leichen - eine Frau und ihre beiden Töchter.

Ein Mannschaftswagen der Polizei steht vor einem Haus in Vogtareuth, in dem drei Tote Menschen aufgefunden worden waren. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Ein Mannschaftswagen der Polizei steht vor einem Haus in Vogtareuth, in dem drei Tote Menschen aufgefunden worden waren. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Der oberbayerische Ort Vogtareuth nahe Rosenheim ist eigentlich eine ländliche Idylle. Doch an diesem Freitagvormittag hat sich ein Schatten über den 300-Seelen-Ort gelegt.

Polizeibeamte hatten am frühen Morgen in einer Doppelhaushälfte drei Leichen gefunden, eine Mutter und ihre beiden Töchter. Nach ersten Ermittlungen vermuten die Beamten, dass die 36 Jahre alte Bundespolizistin ihre beiden zehn- und zwölfjährigen Töchter erschoss und sich dann selbst tötete.

„Wir gehen von einer Familientragödie aus“, sagt ein Polizeisprecher. Ob die Frau, die nach dpa-Informationen bei der Bundespolizei in Rosenheim tätig war, ihre Dienstwaffe für die Tat benutzte, ließen die Ermittler offen. Der Vater, der ebenfalls bei der Bundespolizei beschäftigt sein soll, wurde nach der Tat betreut.

Polizei und Rettungsdienst waren am frühen Morgen gegen 4.40 Uhr von einer Person aus dem Haus alarmiert worden. Wer anrief, ließ die Polizei unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen offen. Was sich in der Nacht in dem Haus abspielte, ist ein Rätsel.

Am Freitagmittag zogen Helfer an der Straße zu der rosa gestrichenen Doppelhaushälfte einen Sichtschutz hoch. Vorbereitungen für den Abtransport der Toten. Auch die Spurensicherung der Kripo war noch am Tatort. Mit dabei Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes und des Instituts für Rechtsmedizin in München.

Eine Anwohnerin sagte, ihr kleiner Enkel sei im Haus und weine. Noch bis vor kurzem, bevor wegen der Corona-Krise Kontaktverbot herrschte, habe er mit den beiden Mädchen gespielt, auf dem Trampolin im Garten herumgetollt. Nun sind seine beiden Spielgefährtinnen tot.

Die Familie habe zurückgezogen gelebt, sagten andere Nachbarn. Es habe nicht viel Kontakt gegeben. „Wir haben uns gegrüßt“, sagte eine direkte Nachbarin. Das Paar sei vor ungefähr zehn oder elf Jahren eingezogen, habe alles schön hergerichtet.

Auch der Bürgermeister der Ortes, Rudolf Leitmannstetter (parteilos), ist am Freitag zum Tatort gekommen. Auch er zeigte sich geschockt. In der Ortschaft kenne jeder jeden. „Das muss man erst mal setzen lassen.“

Die Tat in Oberbayern ist das zweite Verbrechen innerhalb einer Familie, das in kürzester Zeit bundesweit für Aufsehen sorgt. In Dortmund soll ein Familienvater am Donnerstag seine Frau, seine drei Kinder und anschließend sich selbst getötet haben. Das Motiv ist noch unklar. „Bei den Hintergründen bleibt weiterhin alles offen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Dortmund am Freitag. „Es deutet alles darauf hin, dass der Ehemann und Vater seine eigene Familie umgebracht hat. Was aber die Gründe dafür waren, wissen wir noch nicht.“

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Erstellt:
3. April 2020, 12:40 Uhr

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