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DGB begeht 1. Mai in Zeiten von Corona per Live-Stream

dpa/lsw Stuttgart. Erstmals seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) im Jahr 1949 wird es am 1. Mai keine Demonstrationen und Kundgebungen auf Straßen und Plätzen im Südwesten geben. „Das ist schmerzlich, aber Solidarität heißt in diesen Zeiten, mit Anstand Abstand zu halten“, sagte Martin Kunzmann, DGB-Chef von Baden-Württemberg, am Dienstag in Stuttgart. Das Motto, das sich der DGB noch vor Corona für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben hatte, passt dennoch: „Solidarisch ist man nicht alleine!“

Die Fahne des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) weht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Die Fahne des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) weht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Es käme nicht in Frage, die Menschen zu versammeln - auch wenn manche Gerichte mittlerweile Demonstrationsverbote aufgehoben hätten. „Auf dem Stuttgarter Schlossplatz zum Beispiel könnten wir bis zu 4000 Menschen zusammenbringen - diese Verantwortung will ich nicht übernehmen.“ Stattdessen soll es Aktionen geben, die den 1. Mai visualisieren, etwa mit Kreide bemalte Versammlungsplätze oder Luftballons stellvertretend für die Teilnehmer.

Außerdem begeht der DGB den 1. Mai im Südwesten um 10.00 Uhr mit einem einstündigen Live-Stream, bei dem Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und weitere Politiker Grußbotschaften überbringen. Und auch Gewerkschafter kommen online zu Wort - sie berichten über verschiedene Social-Media-Kanäle, wie es ihnen in Zeiten der Corona-Krise ergeht und welche Probleme die Krise offenlegt.

„Wir stehen in Zeiten von Corona in Deutschland immer noch gut da“, sagte Kunzmann. Das liege nicht zuletzt am stabilen Sozialstaat. „Für diesen Sozialstaat haben wir als Gewerkschafter immer gekämpft. Im Moment sehen wir, wie wichtig er als Anker ist, nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber.“ Aber auch auf Fehlentwicklungen wolle der DGB weiter hinweisen, etwa auf die Beschäftigten im Gesundheitswesen, für deren Besserstellung man sich seit Jahren einsetze. „Im Moment lässt man sie hochleben, aber lange hat man sie vernachlässigt“, kritisierte Kunzmann.

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Erstellt:
28. April 2020, 13:16 Uhr

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