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Diözese Rottenburg-Stuttgart will klimaneutral werden

dpa/lsw Rottenburg. Bischof Gebhard Fürst hat jetzt eine kleine Wiese auf dem Dach. Sie ist jedoch nur ein kleiner Teil des Klimaschutzkonzepts, das die Diözese Rottenburg-Stuttgart umsetzen will.

Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, steht mit Schülern hinter Solarmodulen. Foto: Marijan Murat

Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, steht mit Schülern hinter Solarmodulen. Foto: Marijan Murat

Die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart will den Schadstoffausstoß in ihren Einrichtungen und Kirchengemeinden senken und von 2050 an klimaneutral arbeiten. Das teilte Bischof Gebhard Fürst am Montag mit. „Der Klimawandel ist nicht eine Idee von irgendwelchen Verschwörern“, sagte er. Er sei real und bedrohe Menschenleben durch Stürme und Ernteausfälle.

2015 lag der CO2-Ausstoß in der Diözese bei knapp 91 000 Tonnen. Die Diözese will den CO2-Ausstoß in ihren Einrichtungen um 85 Prozent. Dafür hat die Diözese zwei Klimaschutzmanager eingestellt und Nachhaltigkeitsrichtlinien erarbeitet.

Unter anderem sollen Kirchengebäude möglichst umweltfreundlich gebaut und saniert sowie regenerative Energien genutzt werden. Mitarbeiter sollen Dienstreisen möglichst schadstoffarm gestalten sowie fair und umweltfreundlich hergestellte Produkte nutzen. 15 Millionen Euro sind bis 2020 für die Umsetzung vorgesehen.

Bischof Gebhard Fürst sieht sich beim Klimaschutz in einer Vorreiterrolle. Bereits 2002 ließ er eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Rottenburger Bischofshauses installieren. Nun kam eine weitere dazu - sowie eine Pflanzfläche von 170 Quadratmetern.

Wo früher Betonplatten lagen, sprießen jetzt in fünf Beeten Schafsgarben, Lavendel, Schmetterlingsbäume und mehr auf dem Dach. Die Kräuter, Blumen und Sträucher sollen Insekten locken und mit zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Außerdem stehen jetzt vor dem Bischofshaus zwei Bienenstöcke und es hat eine Stromtankstelle für den Elektro-Dienstwagen bekommen.

Er freue sich, dass die Fridays-for-Future-Bewegung der Schüler dem Thema Klimaschutz ein neu aufbrechendes gesellschaftliches Bewusstsein verschaffe, sagte Gebhard Fürst. Die Diözese wolle aber nicht auf einen in Mode gekommenen Zeitgeist aufspringen. Die Bewahrung der Schöpfung sei ursprünglicher Auftrag der Kirche.

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Erstellt:
3. Juni 2019, 15:53 Uhr

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