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Ein Biergarten für die Burg Lichtenberg

Noch in diesem Jahr könnte ein Biergarten auf Burg Lichtenberg in Oberstenfeld in Betrieb gehen. Der Burginvestor Christoph Wichmann hat einen Bauantrag gestellt. Er wolle damit etwas für die Menschen im Bottwartal tun.

Von der Burg Lichtenberg aus die wunderbare Aussicht genießen: Das soll künftig auch von einem Biergarten aus möglich sein. Foto: privat

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Von der Burg Lichtenberg aus die wunderbare Aussicht genießen: Das soll künftig auch von einem Biergarten aus möglich sein. Foto: privat

Von Oliver von Schaewen

OBERSTENFELD. Noch prägen gelegentliche Führungen und private Festgesellschaften das touristisch dezente Geschehen auf der Burg Lichtenberg in Oberstenfeld. Geht es jedoch nach dem Burginvestor Christoph Wichmann, werden künftig mehr Menschen das Burgambiente genießen. Sie sollen dann bei einem Feierabendbierchen in die Abendsonne des Bottwartals blicken, dabei gemütlich und qualitativ hochwertig essen können. Wichmann hat bei den Behörden einen Bauantrag für einen Biergarten gestellt – er hofft, dass er sein Projekt noch in diesem Jahr verwirklichen kann. Sein Hauptmotiv: „Ich möchte etwas für die Menschen im Bottwartal tun.“

Wichmann selbst spricht von einer „behutsamen Baumaßnahme, ohne Druck, unter Wahrung der wundervollen Bausubstanz“. Zu diesem Zweck hatte er mit dem bisherigen Alleineigentümer Dietrich Freiherr von und zu Weiler vor etwa einem Jahr eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet. Zerschlagen hatten sich kurz zuvor Pläne, nach denen der Landkreis Ludwigsburg und die Gemeinde Oberstenfeld mit Geldern der Kreissparkassen-Stiftung Kunst, Kultur und Bildung die Burg erhalten wollten. Dies hatte für große Verärgerung beim damaligen Landrat Rainer Haas und dem Oberstenfelder Bürgermeister Markus Kleemann gesorgt, die sich in den von ihnen geleiteten Gremien für eine von öffentlicher Hand mitfinanzierte Lösung eingesetzt hatten und dabei einiges an Überzeugungsarbeit leisten mussten (wir berichteten).

Nicht zurück, sondern nach vorne blicken will der Burginvestor Christoph Wichmann. Er plant, den Biergarten nicht im Burginnenhof, sondern in einem gesonderten Bereich beim ehemaligen Zwinger unterhalb der Burg zu errichten. Er hält dies mit dem Bedürfnis des Barons nach Privatheit für vereinbar: „Wir handeln im besten Einvernehmen, sonst würden wir es nicht machen.“ Erste Reaktionen im persönlichen Umfeld bestärkten ihn: „Das Wohlwollen ist groß, weil sich die Menschen darauf freuen, dort die Aussicht genießen zu können.“ Im Biergarten will Wichmann nicht nur Radfahrern und Wanderern etwas bieten, sondern auch Gourmets. „Wir pflegen jetzt schon bei unseren Festgesellschaften eine gehobene Gastronomie – wir haben einen Spitzenkoch und arbeiten mit Profis.“

Gesprächsbedarf werde es über die Parkplatzsituation geben

Wohlwollend begleitet die Oberstenfelder Verwaltung das Projekt. „Mir hat nicht gefallen, wie vor einem Jahr mit uns umgegangen wurde – aber das Ergebnis zählt“, sagt der Bürgermeister Markus Kleemann. Er sei froh, dass jetzt mit privaten Geldern das geleistet werden soll, was die Stiftung auch mit Steuergeldern hätte auf die Beine stellen wollen. Weil es sich um eine bedeutsame Baumaßnahme handelt, berät am Donnerstag, 12. März, nicht der Technische Ausschuss, sondern der Gemeinderat über den Bauantrag. Die Räte können jedoch nur das städtebauliche Einvernehmen herstellen, die endgültige Entscheidung liegt bei der unteren Baurechtsbehörde des Landratsamts Ludwigsburg. „Der Bauantrag wird derzeit geprüft – wir können Stand heute nicht mehr dazu sagen“, erklärt Frank Wittmer, Sprecher der Kreisbehörde.

Aus Sicht der Oberstenfelder Bauamtsleiterin Melanie Zimmer ist der Biergarten städtebaulich unproblematisch. Wirtschaftlich trage die Gastronomie zum Erhalt der Burg bei. Dabei handele es sich um eine „sinnvolle Erweiterung“ der bestehenden Gastronomie im Inneren der Burg. Gesprächsbedarf werde es aber über die Parkplatzsituation geben. Derzeit sei der Biergarten mit einer Fläche von 380 Quadratmetern geplant. Das Landratsamt fordere pro neun Quadratmetern einen Stellplatz.

Damit müsste Christoph Wichmann 42 Parkplätze nachweisen – laut Melanie Zimmer „keine ganz geringe Menge“. Der Gemeinde sei wichtig, dass auf den beiden öffentlichen Parkplätzen auf dem Lichtenberg hauptsächlich Wanderer ihr Fahrzeug abstellen können und die Plätze nicht durch Biergartenbesucher belegt würden. Möglicherweise könnten zusätzliche Stellplätze gebaut werden. Allerdings gebe es in diesem Bereich auch ein Landschaftsschutzgebiet.

Touristischer Farbtupfer in Oberstenfeld geplant. Foto: privat

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Erstellt:
4. März 2020, 16:00 Uhr

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