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Eisenmann dämpft Erwartungen der Eltern an Kita-Betreuung

dpa/lsw Stuttgart. Eltern machen Druck: Sie sehnen die weitere Öffnung der Kitas herbei. Ab Montag soll die Betreuung schrittweise ausgeweitet werden. Doch Eisenmann stellt klar: Nicht jeder wird sofort einen Platz bekommen.

Susanne Eisenmann (l, CDU) blickt zu Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Susanne Eisenmann (l, CDU) blickt zu Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Wenn die Kitas ab Montag die Betreuung von Kindern ausweiten dürfen, werden nicht alle interessierten Eltern sofort einen Zuschlag erhalten. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte am Donnerstag in Stuttgart, dass die Kita-Träger Vorlauf für ihre Planung und Organisation bräuchten. Wie schnell eine Kita für weitere Kinder geöffnet werden könne, hänge auch von der jeweiligen räumlichen und personellen Situation ab. Damit dämpfte Eisenmann Erwartungen, die bei manchen Eltern entstanden waren, nachdem die weitere schrittweise Öffnung der Kitas angekündigt worden war.

Eisenmann reagierte damit auch auf die Kritik von Gewerkschaften und Kommunen, wonach es noch viele offene Fragen gibt. Die Gewerkschaft Verdi forderte am Donnerstag deshalb einen Runden Tisch mit allen Beteiligten. Eisenmann zeigte sich offen dafür. „Ich halte eine gemeinsame Verständigung über die notwendigen Maßnahmen und Schritte zur weiteren Öffnung der Kitas für sehr sinnvoll“. Wer zu den Gesprächen einlädt und wann, war allerdings zunächst unklar.

Bislang gibt es in den Kitas wegen Corona nur eine Notbetreuung, die aber ausgeweitet worden ist. Nach Angaben des Ministeriums gehen schon wieder bis zu 25 Prozent der Kinder in die Kita. Verdi-Landeschef Martin Gross sagte, die Kitas sollten so schnell wie möglich öffnen. Sie müssten aber definitiv auch so sicher sein, wie es wegen Corona nötig sei. „Nach rund neun Wochen Schließung kommt es jetzt nicht auf einige wenige Tage an“, sagte Gross.

Der Sozialexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Thomas Poreski, warf Eisenmann im Interview mit dem „Reutlinger General-Anzeiger“ (Freitag) Versäumnisse bei der Ausweitung der Kinderbetreuung vor. „Es geht nicht, dass sich Susanne Eisenmann als zuständige Ministerin an den Spielfeldrand stellt und nur das Geschehen kommentiert. Sie gehört selbst auf das Spielfeld und muss endlich handeln“, sagte er der Zeitung. Kinder und Eltern hätten keine verlässliche Perspektive. Es laufe in Baden-Württemberg so schlecht wie in keinem anderen Bundesland.

Erlaubt sind von Montag an maximal 50 Prozent der Kinder, die normalweise in die jeweilige Kita gehen. Kinder in der erweiterten Notbetreuung oder mit besonderem Förderbedarf haben Vorrang. Denkbar ist nach Angaben des Kultusministeriums etwa, dass Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen. Die Corona-Lenkungsgruppe der Landesregierung hatte am Mittwochabend die entsprechenden Beschlüsse gefasst, die nun noch juristisch in Form gegossen werden müssen. Die neue Corona-Verordnung soll nach Angaben des Justizministeriums spätestens am Samstag verkündet werden.

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Erstellt:
14. Mai 2020, 16:44 Uhr

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