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Freibad-Ärger: Kehl hofft auf Polizei

dpa/lsw Kehl. Im Juni hat es in Kehl gleich mehrmals Konflikte in den zwei Freibädern der Stadt gegeben. Weil es dabei immer wieder auch um Jugendliche aus dem Nachbarland Frankreich ging, stellt die Stadt nun eine Forderung.

Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Nach Auseinandersetzungen in den beiden oftmals überfüllten Freibädern Kehls (Ortenaukreis) fordert die Stadt Hilfe von der deutschen und der französischen Polizei. „Wir können nicht unsere grenzüberschreitenden Projekte feiern, Probleme, die in unserem gemeinsamen Lebensraum entstehen, aber ignorieren“, sagte am Montag der Kehler Rathauschef Toni Vetrano (CDU). Ein Treffen mit Vertretern der französischen Polizeibehörde sei für den 10. Juli geplant. Auch an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) und den Präsidenten der Eurométropole Straßburg, Robert Herrmann, habe sich die Stadt Kehl gewandt und hoffe nun auf Unterstützung.

Jüngst hatte es in den beiden Bädern Randale gegeben - die Freizeitanlagen mussten geschlossen werden. Für Ärger sorgte etwa, dass Badekleidung und -regeln von Besuchern nicht eingehalten werden. So hatten Bademeister und Polizei das Bad im Stadtteil Auenheim am Mittwoch geräumt. 40 bis 50 Jugendliche ignorierten Anweisungen des Personals, stürmten den Sprungturm und sprangen von allen Seiten ins Becken.

Es habe kein anderes Mittel gegeben, als das Freibad, in dem laut Polizei 3000 Besucher waren, zu räumen, sagte Vetrano. Nun möchte die Stadt, dass die französische Polizei die deutschen Kollegen bei Einsätzen unterstützt. „Wir hätten gerne gemeinsame Polizeiaktionen in und vor den Bädern“, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Wenn es möglich sei, im Europapark einen deutsch-französisch besetzten Polizeiposten zu installieren, „so muss es auch bei uns möglich sein, dass uns die Polizei - am allerbesten in deutsch-französischer Kooperation - unterstützt“, hieß es vom Oberbürgermeister.

Im Innenministerium steht man dem Ansinnen offen gegenüber. Da das Freibad erfahrungsgemäß von einer Vielzahl französischer Jugendlicher besucht wird, prüfe das Polizeipräsidium Offenburg auch, „ob gemeinsame deutsch-französische Polizeistreifen im Umfeld des Schwimmbads eingesetzt werden können“, hieß es am Montag.

Außerdem sei eine kurzfristige Unterstützung durch Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums möglich, fügte ein Sprecher des Ministeriums hinzu. Man wolle die Sicherheit von Badegästen - vor allem von Familien mit Kindern - bestmöglich schützen. Das Ministerium wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass das Polizeipräsidium Offenburg die Zahl der Beamten in Kehl erhöht habe.

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Erstellt:
1. Juli 2019, 18:51 Uhr

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