Gensheimer: Handball steht vor Herausforderungen

dpa Mannheim. Der Neustart der Handball-Bundesliga wird von einigen Fragezeichen begleitet. Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer blickt der kommenden Saison mit gemischten Gefühlen entgegen. Ihn beschäftigt unter anderem ein altbekanntes Thema.

Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer. Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild

Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer. Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild

Die Handball-Bundesliga steht vor außergewöhnlichen Herausforderungen. Niemand weiß, ob die an diesem Donnerstag beginnende Saison wie geplant zu Ende gespielt werden kann. Es ist noch nicht mal sicher, ob alle Vereine die zum Teil drastischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise überleben werden.

Uwe Gensheimer kennt diese Unsicherheiten. Und obwohl beim Kapitän der deutschen Nationalmannschaft die Vorfreude auf den Neustart überwiegt, blickt er den kommenden Monaten mit gemischten Gefühlen entgegen. „Aus Sicht der Clubs ist die wirtschaftliche Situation weiterhin katastrophal“, sagt der Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Das tut natürlich weh.“

Der 33-Jährige galt noch nie als ein Spieler, der zu Übertreibungen neigt. Er geht deswegen auch nicht vom schlimmstmöglichen Fall aus. Aber es gibt Themen, die Gensheimer vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs beschäftigen. Neben den Unsicherheiten durch die Corona-Krise gehört dazu auch ein altbekanntes: die vergleichsweise hohe Belastung der Handball-Profis. Denn die wird in der kommenden Saison nochmal höher sein als sonst.

Durch die Aufstockung der Liga von 18 auf 20 Teams wird es zusätzliche Spieltage geben, für die Profis der Top-Clubs stehen zudem Einsätze im Europapokal auf dem Programm. Und für die Nationalspieler um Gensheimer kommen weitere Pflichtspiele hinzu, dazu zählt auch die Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten. Dennoch befürwortet Gensheimer die Austragung der WM. Er rechnet jedoch auch fest damit, dass das Belastungs-Thema für die Spitzenspieler spätestens im Winter „natürlich wieder ein großes“ wird.

„Wir sind heilfroh, dass wir wieder spielen können. Aber klar, die Taktung wird extrem sein, wenn man die internationalen Turniere noch dazu nimmt“, sagt er. Im November geht es für ihn und die DHB-Auswahl in der EM-Qualifikation weiter, kurz nach der WM folgt im März das Olympia-Qualifikationsturnier in Berlin. „Die Trainer stehen in der großen Verantwortung, die Spieler nicht zu verheizen, sondern dosiert zu belasten und ausreichend regenerieren zu lassen“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Montag im „Kicker“-Interview.

Ein freiwilliger Verzicht auf Einsätze für die Nationalmannschaft ist für Gensheimer trotzdem kein Thema. „Dafür bin ich einfach zu heiß drauf. Nur wenn ich Anzeichen meines Körpers spüren oder mich nicht gut fühlen sollte, wäre es vielleicht anders. Aber wenn ich mich gut fühle, will ich spielen“, sagt er. Auch er misst den Trainern in der kommenden Saison mit Blick auf die Belastungssteuerung eine besondere Bedeutung zu.

An ein Karriereende denkt er trotz seines fortgeschrittenen Handball-Alters aber noch lange nicht. Es gibt auch keinen Plan, wann Schluss sein soll: „Schauen wir mal. Solange kein Jüngerer besser ist, geht's noch.“

Zum Artikel

Erstellt:
28. September 2020, 05:03 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Baden-Württemberg

OB-Wahl in Stuttgart: Kandidatenvorstellung findet statt

dpa/lsw Stuttgart. Trotz stark steigender Corona-Zahlen in der Landeshauptstadt findet die Vorstellung der Kandidaten zur Wahl des Stuttgarter Oberbürgermeisters... mehr...