Reutlingen
Großflächiger Stromausfall nach Feuer – Verdacht auf Brandstiftung
Was steckt hinter dem Stromausfall in Reutlingen? Es soll Hinweise auf Brandstiftung im Umspannwerk geben, mehrere Brandstellen werden untersucht.
© dpa/Roberto Pfeil
Teile des Stadtgebiets in Reutlingen und mehrere umliegende Gemeinden haben keinen Strom (Symbolbild).
Von red/dpa/lsw
Nach einem großflächigen Stromausfall in Reutlingen gibt es nach Angaben des Netzbetreibers Anzeichen für eine Brandstiftung in einem Umspannwerk. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte ein Sprecher von Netze BW. Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg sagte, die Polizei ermittle in alle Richtungen.
LKA-Brandsachverständige seien in die Ermittlungen eingebunden. Das sei bei Vorfällen ab einer bestimmten Dimension aber üblich, erklärte er. Durch den Brand und den Stromausfall ist nach dpa-Informationen ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden.
Rund 10.000 Kunden weiter ohne Strom
Nach Angaben von Netze BW ist das Umspannwerk Reutlingen-West betroffen. Seit 1.45 Uhr sei das Umspannwerk ausgefallen. Fünfeinhalb Stunden später sei etwa die Hälfte der betroffenen rund 20.000 Kunden der Fairnetz GmbH, des Strom- und Gasnetzbetreibers in der Region Reutlingen, wieder versorgt.
#Brand in einem #Umspannwerk in #Reutlingen um zwei Uhr heute Nacht. ⚡️ Dadurch großflächiger #Stromausfall in Teilen des Stadtgebiets und umliegender Gemeinden. Feuerwehr und Polizei sind mit Großaufgebot im Einsatz! Der Brand ist inzwischen gelöscht. pic.twitter.com/YMMp1QHRX2 — Polizei Reutlingen (@PolizeiRT) June 8, 2026
Die beiden Energieunternehmen teilen sich den Angaben zufolge das Umspannwerk. Dem Sprecher zufolge leistet Netze BW beim Wiederaufbau der Stromversorgung Amtshilfe. Noch ist laut dpa-Informationen unklar, wann die restlichen Teile der Stadt und umliegenden Gemeinden wieder mit Strom versorgt werden könnten.
Deutsches Rotes Kreuz und Malteser im Einsatz
Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser-Hilfsdienstes sind derzeit im Einsatz. Um wegen der Auswirkungen des Stromausfalls besser zu helfen, arbeite ein Einsatzstab im Zentrum für Bevölkerungsschutz in Pfullingen, teilte die Stadt Reutlingen mit. Ein leitender Notarzt unterstütze vor Ort.
„Die Hilfsorganisationen bereiten sich für eine längere Einsatzdauer, die Betreuung von zahlreichen Hilfsbedürftigen sowie die Versorgung von Patienten vor“, teilte die Stadt Reutlingen mit. Insgesamt seien bereits mehr als 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Es habe bereits mehrere Einsätze für die ehrenamtlichen Helfer gegeben.
Erinnerungen an Berliner Brandanschläge
Der Vorfall erinnert an einen mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung eines Berliner Technologieparks. Nach dem Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe von einem Stromausfall betroffen. Ein weiterer Anschlag auf Starkstromkabel in Berlin war 3. Januar verübt worden. Er dauerte noch länger als der im September.
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