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Haare schneiden wird teurer

Mitarbeiter im Friseurhandwerk werden knapp – das wirkt sich auf Lohnkosten der Betriebe aus

Berlin/Köln /DPA - Höhere Löhne für Friseure machen den Haarschnitt teurer. Im Friseurhandwerk gebe es – wie in vielen anderen Handwerksberufen – einen großen Wettbewerb um Mitarbeiter, sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Friseurhandwerks. „Da müssen wir einfach auch mehr zahlen, mehr bieten.“ Die höheren Lohnkosten müssten die Salonbetreiber auf die Preise umschlagen. Viele Salons zahlten längst mehr als den Mindestlohn, sagte Müller. Und das dürfte so weitergehen: „Wir glauben, dass die Löhne mittelfristig einfach noch steigen werden im Friseurhandwerk.“ Denn der Wettbewerb um gute Köpfe im Handwerk nehme zu. Immer mehr junge Menschen würden sich für akademische Berufe entscheiden. Dies führe dazu, dass „Mitarbeiter in Handwerksberufen knapp werden, und Verknappung bedeutet immer ein Ansteigen der Preise“.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sind die Preise fürs Haareschneiden von 2015 bis 2018 um 6,6 Prozent gestiegen. Bei Friseurdienstleistungen für Frauen lag der Anstieg demnach sogar bei sieben Prozent, Preise für Männer verzeichneten ein Plus von 5,9 Prozent.

Die jüngsten Zahlen über den Durchschnittspreis eines Nasshaarschnitts stammen nach Angaben des Zentralverbands aus dem Jahr 2017: Frauen mussten im Schnitt 27,20 Euro bezahlen, Männer 21,20 Euro. Der Zentralverband bezieht diese Zahlen aus der jährlichen Erfolgs-Vergleichs-Analyse (EVA) im Auftrag des Kosmetikkonzerns Wella. Für die Erhebung melden rund 550 Salons regelmäßig unter anderem ihre Preise und die Ausgaben ihrer Kunden.

Doch wie kommt es zu diesen Unterschieden? Männer würden häufiger zum Friseur gehen und deshalb nicht zwingend weniger zahlen als Frauen, sagte Müller. Außerdem: „Ein Damenhaarschnitt – auch wenn das viele nicht glauben wollen – ist einfach aufwendiger, wird anders geschnitten.“ Sei eine Frau nicht bereit, mehr als ein Mann zu bezahlen, weil sie ohnehin einen Kurzhaarschnitt trage, sollte sie im Eingangsgespräch sagen, dass sie einen Herrenhaarschnitt möchte, rät der Experte. Dann weise der Friseur sie zwar in der Regel darauf hin, dass der Ansatz möglicherweise anders aussehe und die Haare anders fielen. Stimme die Frau aber zu, dass es ein klassischer Herrenhaarschnitt sein dürfe, zahle sie auch nur den Herrenpreis.

Zudem bestimme die Nachfrage den Preis, sagte Müller. Und die lege zu: „Denken Sie nur mal an Instagram.“ Das Foto-Netzwerk im Internet verdeutliche, wie groß der Trend zur „visuellen Selbstoptimierung“ sei. „Und da wird Friseurdienstleistung auch immer stärker nachgefragt werden“, sagte Müller. Eine stärkere Nachfrage führe wiederum zu mehr und differenzierteren Angeboten: Die Kunden lassen sich nicht nur die Haare schneiden, sondern auch föhnen, färben, verlängern, hochstecken, glätten, wellen, Wimpern färben und Augenbrauen zupfen – und natürlich hat jede Leistung ihren Preis.

Frauen geben durchschnittlich allerdings deutlich mehr für einen Friseurbesuch aus, als ein Nasshaarschnitt kostet. Die Zahlen der Erfolgs-Vergleichs-Analyse aus dem Jahr 2017 zeigen: Frauen gaben vor zwei Jahren durchschnittlich 53,79 Euro pro Friseurbesuch aus – 2,4 Prozent mehr als im Jahr 2016. Der Durchschnittsmann ließ 20,99 Euro beim Friseur – 1,3 Prozent mehr als 2016.

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Erstellt:
23. April 2019, 10:17 Uhr

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