Landtagswahl Baden-Württemberg
Hagel fährt bei Schulbesuch Lehrerin über den Mund – Video dazu geht viral
Eine Lehrerin stellt Hagel vor Siebtklässlern auf die Probe: Der Spitzenkandidat muss den Treibhauseffekt erklären – und kritische Fragen beantworten. Seine Reaktion geht viral.
© dpa/Michael Kappeler
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel steht erneut wegen eines Auftritts vor laufender Kamera in der Kritik.
Von loj/dpa
Nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg sorgt ein Video-Clip mit Manuel Hagel für Wirbel: Der CDU-Spitzenkandidat gerät bei einem Schulbesuch vor laufenden Kameras mit einer Lehrerin aneinander und fährt ihr über den Mund - der Clip wird im Netz tausendfach geteilt.
Das ARD-„Mittagsmagazin“ hatte Hagel im Rahmen einer Serie über die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl begleitet. Der am Montag ausgestrahlte Beitrag zeigt den 37-Jährigen bei einem zweistündigen Besuch in einer Gemeinschaftsschule in Stuttgart. Die Lehrerin, deren Klasse er besucht, zeigt sich in dem Beitrag sehr kritisch gegenüber dem Spitzenkandidaten und stellt auch immer wieder kritische Fragen.
Hagel soll spontan den Treibhauseffekt erklären
Die Lehrerin fordert Hagel zudem auf, den Siebtklässlern spontan den Treibhauseffekt zu erklären - dafür erntete er Kritik und Häme im Netz. „Wollen Sie vielleicht mal kurz den Treibhauseffekt den Kindern erklären?“, fordert die Klassenlehrerin den CDU-Frontmann auf. Der schreitet an die Tafel zu einem Schaubild. „Zwischen der Erde und der Sonne ist die Atmosphäre. Und wenn die immer dünner wird, dann wird die Sonne immer heißer“, erklärt Hagel. „Und der Grund dafür sind Abgase, CO2, und und und. Das ist dieser Treibhausgaseffekt.“ Der 37-Jährige blickt in die Klasse, sagt: „Alright, oder?“ und fragt noch die Lehrerin, ob das so gepasst habe. „Wunderbar, bin beeindruckt“, antwortet die Pädagogin.
Als die Frau zum Thema Inklusion und Personalmangel eine Frage stellen will, reagiert Hagel sichtlich gereizt. „Jetzt spreche ich gerade mit den Schülern“, fährt der Spitzenkandidat der Lehrerin über den Mund.
Hagel: Ich bin ja jetzt auch kein Roboter
„Ich bin ja jetzt auch kein Roboter, sondern ein Mensch mit ganz normalen Gefühlen“, erklärte der CDU-Frontmann im Nachgang dem Nachrichtensender Welt. Manchmal sage man „im Eifer des Gefechts“ etwas, wo man hinterher denke, „das hätte man auch freundlicher sagen können“. Hagel sagte nun dem Sender Welt, dass die Kinder in der Klasse an dem Tag viele wichtige Fragen an ihn gehabt hätten, die er habe diskutieren wollen.
Hagel sei gebeten worden, „spontan einen Versuch zu unternehmen, einen ihm vorher nicht genannten Sachverhalt zu erklären“, sagte eine CDU-Sprecherin mit Blick auf die Erläuterung des Treibhauseffekts. „Diese Erklärung erfolgte vor der Klasse und mit dem Ziel, anschließend darüber auch mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen.“ Die Lehrerin sei zudem mit den Erläuterungen zufrieden gewesen und hätte weder Ergänzungen noch Anmerkungen gehabt.
Vor wenigen Tagen war ein Video im Internet unter anderem von der Karlsruher Bundestagsabgeordneten Zoe Mayer verbreitet worden, in dem sich Manuel Hagel sexistisch über eine Realschülerin äußert. Der Ausschnitt stammt aus einer TV-Sendung, die 2018 ausgestrahlt worden war.
