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Helfer für die Landwirtschaft dringend gesucht

dpa/lsw Freiburg/Bruchsal. Es ist paradox. Die Wirtschaft fährt wegen des Coronavirus runter und gleichzeitig fehlen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Kann Berlin helfen?

Ein Landwirt mäht mit einem Traktor eine Wiese. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

Ein Landwirt mäht mit einem Traktor eine Wiese. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

Die Coronavirus-Pandemie droht zur Gefahr für die Gemüse-, Obst- und Weinernte zu werden. Die Weinbauern in Baden brauchen erstmal nur Hilfe bei der biologischen Schädlingsabwehr, für die Spargelbauern geht es bereits ums Ganze. Überall fehlen Arbeiter. Viele Erntehelfer aus Osteuropa können wegen der Reisebeschränkungen Deutschland nicht erreichen. Andere haben das Land verlassen. „Die Bundesregierung muss unbedingt die Rahmenbedingungen für eine problemlose Einreise mit den anderen europäischen Ländern klären, damit diese die Ein- und Durchreise möglich machen“, teilte der Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer, Simon Schumacher, am Mittwoch mit.

Der deutsche Obst- und Gemüsebau sei eine überlebenswichtige Wirtschaftsbranche für Deutschland, da er die Eigenversorgung der Bevölkerung sicherstelle, betonte der Vorstandssprecher des Verbands der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer, Jürgen Schulze. Sollte der deutsche Gemüse- und Obstanbau von politischer Seite keine umfassende Unterstützung bei der Sicherstellung von Erntehelfern erhalten, drohten durch Insolvenzen Lücken im Versorgungssystem.

Der Badische Weinbauverband sucht dringend Helfer für die biologische Schädlingsbekämpfung. In den kommenden Wochen sollen flächendeckend Ampullen mit einem Sexuallockstoff zwischen die Rebstöcke gehängt werden, um die Vermehrung des Traubenwicklers zu verhindern. „Die Menschen scheinen durch den Ausbruch der Corona-Pandemie so verunsichert, dass sich aktuell ein Mangel an Aushilfskräften abzeichnet“, teilte der Weinbauberater des Landwirtschaftsamtes Emmendingen, Steffen Renz, am Mittwoch mit.

Nach Angaben des stellvertretenden Geschäftsführers des Badischen Weinbauverbands, Holger Klein, hätten sich sonst immer ausreichend Hilfen in den Weinbauorten gefunden. Er schlug vor, dass sich Schüler und Studenten melden sollten. Die Arbeit sei sicher, da ein großer Abstand eingehalten werden könne.

Auch der Präsident des Weinbauverbands Württemberg, Hermann Hohl, sieht ein großes Problem auf die Winzer zukommen, weil die Helfer zum Beispiel zum Anbinden der Reben fehlen. Er forderte, Asylbewerbern die Erlaubnis für solche Helfertätigkeiten zu geben. Die Winzer seien wegen der Probleme gemeinsam mit den anderen Landwirtschaftsverbänden bereits im Gespräch mit der Bundesregierung, sagten Hohl und Klein.

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Erstellt:
18. März 2020, 16:07 Uhr

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