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Helmholtz-Institut: bundesweit 60 000 Blutproben auswerten

dpa/lsw Reutlingen. Eine Corona-Antikörper-Studie mit bundesweit rund 60 000 Probanden hat am Freitag das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Reutlingen begonnen. In einer ersten Runde ist demnach vorgesehen, bis zu 3000 erwachsene Einwohner des Landkreises zu testen.

Blutentnahmeröhrchen mit Blutproben für einen Corona-Antikörper-Test stehen in einem Rack. Foto: Marijan Murat/dpa/archiv

Blutentnahmeröhrchen mit Blutproben für einen Corona-Antikörper-Test stehen in einem Rack. Foto: Marijan Murat/dpa/archiv

Nach bisheriger Kenntnis bleiben viele Sars-CoV-2-Infektionen wegen ihres milden Verlaufs unerkannt. Infizierte bilden aber Antikörper gegen das Virus. Die Studie soll Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen in Deutschland sich tatsächlich bisher mit dem Virus angesteckt haben und nach bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft als immun gelten.

Potenzielle Probanden werden per Zufallsprinzip ausgewählt und um eine Teilnahme gebeten. Bei einer Zusage nehmen ihnen auf dem Reutlinger Testgelände Mitarbeiter der Johanniter-Unfallhilfe Blut ab.

Insgesamt sollen in der Studie etwa 60 000 Blutproben genommen werden, sagte Nicole Schneiderhan-Marra vom Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) mit Sitz in Reutlingen. Das NMI ist ein vom Land Baden-Württemberg gestiftetes Forschungsinstitut, das die Proben für das HZI auf Antikörper gegen das Coronavirus analysiert.

Nach dem Kreis Reutlingen sollen in zehn weiteren deutschen Kommunen Menschen nach dem Zufallsprinzip zur Teilnahme an der Studie gebeten werden. An jedem Ort erfolgt nach mehreren Monaten eine zweite Erhebungsphase. Nach der Analyse durch das NMI wertet das HZI die Ergebnisse epidemiologisch aus - das bedeutet, das die Verbreitung des Coronavirus beispielsweise nach Geschlecht und Alter aufgeschlüsselt wird.

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Erstellt:
3. Juli 2020, 11:36 Uhr

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