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Intendant Schoner hätte Serebrennikow-Freispruch gewünscht

dpa/lsw Moskau/Stuttgart. Der Intendant der Staatsoper Stuttgart, Viktor Schoner, hätte sich für den russischen Starregisseur Kirill Serebrennikow einen Freispruch gewünscht. Ein Bezirksgericht in Moskau hatte den 50-Jährigen am Freitag zu drei Jahren Haft verurteilt - die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Zudem sollten er und sein Team die veruntreute Summe von 129 Millionen Rubel (1,6 Millionen Euro) in die Staatskasse zurückzahlen. Serebrennikow, der auch in Stuttgart tätig war, leitet das populäre Gogol-Theaterzentrum in Moskau.

Viktor Schoner, der Intendant der Oper Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Viktor Schoner, der Intendant der Oper Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Der Starregisseur übt in seinen Filmen und Theateraufführungen immer wieder auch Gesellschaftskritik. Damit hatte er sich im Machtapparat und in der einflussreichen russisch-orthodoxen Kirche Feinde gemacht.

„Es mutet nicht wie ein Zufall an, dass die Urteilsverkündung just wenige Tage nach der großen Militärparade und in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Abstimmung über eine Gesetzesänderung erfolgte, die Wladimir Putin weitere 16 Jahre an der Macht ermöglichen könnte“, sagte der Stuttgarter Intendant Schoner. Schockiert zeigte er sich über die hohe Geldstrafe. „Das bedeutet den wirtschaftlichen Ruin. Wir alle, die wir Kirill und dessen künstlerische Arbeit schätzen, sind nun aufgerufen, einen Beitrag zu leisten, diesen wirtschaftlichen Schaden von ihm und seinen Mitangeklagten abzuwenden.“

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Erstellt:
26. Juni 2020, 18:40 Uhr

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