Grenzschließung

Italiener toben wegen Brenner-Sperrung

Mitten in der Hauptreisezeit wird der Brennerkorridor komplett gesperrt. Italien warnt vor Stau bis Verona. Auch Bayern rechnet mit Problemen und möglichen Grenzsperrungen.

In Italien ist man über das egoistische Verhalten Österreichs nicht amüsiert – auch die Rückreise nach Norden ist übrigens in Gefahr.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-t

In Italien ist man über das egoistische Verhalten Österreichs nicht amüsiert – auch die Rückreise nach Norden ist übrigens in Gefahr.

Von mic/red

Am Samstag, 30. Mai 2026, wird die Brennerautobahn A13 zwischen 11 und 19 Uhr vollständig gesperrt, bevor dann noch eine Blockade am Fernpass folgt. Grund ist eine Umwelt-Demonstration bei Matrei am Brenner. Die Sperrung trifft eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas ausgerechnet während der Pfingstferien und kurz vor dem italienischen Nationalfeiertag am 2. Juni.

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Italien reagiert mit heftiger Kritik auf die Sperrung. Der Politiker Alessandro Urzì von der Regierungspartei Fratelli d’Italia kritisierte die österreichischen Behörden scharf und warnte vor erheblichen Folgen für Verkehr, Wirtschaft und Tourismus entlang des Brennerkorridors. Besonders kritisch sei der Zeitpunkt der Sperrung, da sie eine der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen ausgerechnet an einem Wochenende mit außergewöhnlich hohem Reiseverkehr betreffe.

Täglich bis zu 70.000 Autos am Brenner

An starken Reisetagen passieren über 70.000 Fahrzeuge den Brennerkorridor, etwa zehn Prozent des italienischen Import- und Exportverkehrs laufen über diese Route. Urzì warnte vor massiven Verkehrsproblemen auf italienischer Seite mit Staus und Behinderungen bis in den Raum Verona.

Der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti betonte: „Der Brenner ist das Herz des europäischen Alpenkorridors.“ Der Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati rief die Bevölkerung indes auf, Autofahrten zu vermeiden und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Brenner-Rückstau bis Verona und Stuttgart

Die italienischen Behörden rechnen mit Verkehrsproblemen bis in den Raum Verona. Die Brennerautobahn A22 wird in Fahrtrichtung Norden ab Sterzing zwischen 10.30 und 20.00 Uhr gesperrt. Die Verkehrspolizei verstärkt ihre Präsenz an allen Ausweichrouten. Zusätzlich gilt ein Lkw-Fahrverbot zwischen Verona Nord und der Provinzgrenze Trient. In Deutschland könnten die Auswirkungen laut ADAC bis zurück auf die A8 bei Stuttgart reichen.

Drohende Schließung der deutschen Grenze zur Österreich

Die Tiroler Behörden warnen: „Umfahren Sie Tirol am 30. Mai großräumig.“ Es gebe keine lokalen Ausweichmöglichkeiten. Die deutsche Autobahn GmbH rechnet mit einer möglichen Eskalation - Grenzübergänge nach Tirol könnten dosiert oder vollständig gesperrt werden. Vor allem südlich von München und im Raum Memmingen werden erhebliche Verkehrsprobleme erwartet.

Wirtschaft fordert Brennerbasistunnel

Bayrische Wirtschaftsvertreter sehen erhöhten Handlungsdruck. „Störungen wie diese machen deutlich, wie wichtig der Brennerbasistunnel ist“, so Bertram Brossardt von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Seit Jahren steuere man auf einen Verkehrskollaps zu.

Brenner-Ausweichrouten für Reisende

Rückreisende aus Italien sollen Fahrten Richtung Norden auf das Notwendigste beschränken und Südtirol möglichst meiden. Als Alternative wird die Route über die A4 nach Udine und die A23 zum Grenzübergang Tarvisio empfohlen.

Wer dennoch fahren muss, sollte „außerordentliche Zeitreserven“ einplanen und ausreichend Wasser sowie Verpflegung mitführen. Auch der Reisezeit-Planer des österreichischen Autobahnbetreibers Asfinag kann hilfreich sein.

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Erstellt:
28. Mai 2026, 17:16 Uhr
Aktualisiert:
28. Mai 2026, 17:24 Uhr

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