Berlin
Kind stirbt nach Hochhausbrand – Schwerverletzte
Großeinsatz der Feuerwehr bei einem Hochhausbrand in Berlin: Ein Kind stirbt, weitere Menschen werden schwer verletzt. Viele Bewohner müssen jetzt vorerst woanders unterkommen.
© dpa/Annette Riedl
Das Feuer war am Mittwochabend in einer Wohnung eines 20-geschossigen Gebäudes im Ortsteil Friedrichsfelde im Bezirk Lichtenberg ausgebrochen.
Von red/dpa
Nach einem verheerenden Brand in einem Hochhaus im Berliner Osten ist ein Kind gestorben, der Zustand eines weiteren schwer verletzten Kindes und einer Frau ist unklar. Alle drei wurden laut Feuerwehr bewusstlos im Hausflur der 3. Etage gefunden, wo auch die Brandwohnung war. Auf der Fahrt ins Krankenhaus wurden sie reanimiert. 20 Wohnungen in dem Komplex in Friedrichsfelde mit schätzungsweise mehr als 150 Wohnungen seien vorerst nicht bewohnbar, sagte ein Sprecher.
170 Feuerwehrleute waren im Einsatz, sie holten unter Atemschutz 70 Menschen aus dem verrauchten Gebäude mit 20 Geschossen, beziehungsweise brachten sie in Sicherheit. Insgesamt acht Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. Schwerverletzt wurde neben der Frau und dem Kind ein weiterer Mensch.
Das Feuer war am Mittwochabend in einer Wohnung des Komplexes in der Dolgenseestraße im Bezirk Lichtenberg ausgebrochen. Es breitete sich rasant aus, da die Räume mit zahlreichen Gegenständen zugestellt waren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelte es sich um eine sogenannte Messie-Wohnung; die große Unordnung erschwerte die Brandbekämpfung.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte die Wohnung bereits komplett, im ganzen Gebäude breitete sich Rauch aus. Aus den Fenstern schlugen Flammen. Im Hausflur nahe der Brandwohnung entdeckten die Einsatzkräfte die zwei Kinder und die Frau bewusstlos und brachten sie ins Freie.
Bewohner machten an Fenstern auf sich aufmerksam
Der Bewohner der Wohnung hatte sich laut Feuerwehr selbst nach draußen retten können. Auch andere Bewohner des Hauses gelangten dem Sprecher zufolge selbst ins Freie, viele andere wählten den Notruf oder machten an den Fenstern auf sich aufmerksam. Sie wurden von Feuerwehrtrupps durch das Treppenhaus nach draußen gebracht. Insgesamt sammelten sich vor dem Haus so 70 Bewohner, wie der Sprecher mitteilte.
Die Einsatzkräfte prüften etwa 60 Wohnungen; einsturzgefährdet war das Haus nicht.
Bezirk bemüht sich um alternative Unterkünfte
Viele Bewohner mussten erst einmal anderweitig unterkommen. In manchen der unbewohnbaren Einheiten gebe es keinen Strom und kein Wasser, andere seien so verraucht, dass man dort nicht schlafen könne. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkam, konnte heute in einer nahegelegenen Turnhalle schlafen. Der Bezirk versuche, für die Zeit danach Wohnungen und Hotels zu organisieren, hieß es.
Auch eine Feuerwehreinheit für die Bewältigung eines Massenanfalls an Verletzten war demnach vor Ort. Für die Angehörigen der Verletzten wurde ein Team der psychosozialen Notfallversorgung alarmiert.
Die Polizei ermittelt zur Ursache.
