Verdi will Proteste im öffentlichen Dienst ausweiten

dpa/lsw Stuttgart/Friedrichshafen. Bisher sind die Warnstreiks im öffentlichen Dienst nur vereinzelt im Südwesten spürbar. Doch nun will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Ein Mann hat am bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild/Archiv

Ein Mann hat am bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild/Archiv

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes erhöht Verdi den Druck. Die Gewerkschaft kündigte eine Ausweitung der Warnstreiks an. Am Donnerstag seien befristete Arbeitsniederlegungen in Ulm bei der Müllabfuhr, bei Bauhöfen, dem Klärwerk und in der Region Ludwigsburg geplant, wie ein Sprecher am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. In Ludwigsburg seien das Landratsamt, die Stadtwerke und die Kreissparkasse Ludwigsburg betroffen und in Bietigheim-Bissingen Kindertagesstätten.

In Friedrichshafen bestreikte die Gewerkschaft am Mittwochmorgen den Bauhof. Bei dem Warnstreik legten rund 50 Beschäftigte ihre Arbeit für mehrere Stunden nieder, teilte die Gewerkschaft weiter mit. Der Bauhof sei geschlossen geblieben. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart sollen am Montag gleichfalls Kitas und die Jugendhausgesellschaft in den Warnstreik mit einbezogen werden.

Verdi-Landeschef Martin Gross sagt, die Strategie der Arbeitgeber werde immer deutlicher. „Beschäftigte im öffentlichen Dienst und Bevölkerung, die bisher solidarisch und gemeinsam die Lasten und Aufgaben der Corona-Krise bewältigt haben, sollen mit und in diesem Tarifkonflikt gegeneinander ausgespielt werden.“ Um einen möglichst langen und billigen Abschluss zu bekommen. Von den bundesweit geführten Tarifgesprächen sind in Baden-Württemberg nach Gewerkschaftsangaben knapp 220 000 Tarifbeschäftigte in den Kommunen betroffen.

Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn. Den Beschäftigten sollen mindestens 150 Euro mehr pro Monat zugesichert werden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten bislang kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

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Erstellt:
23. September 2020, 11:09 Uhr

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