Kommentar: Abpfiff nach regulärer Spielzeit
Kommentar: Abpfiff nach regulärer Spielzeit
Von Tobias Heimbach
Während die Fußball-WM gerade begonnen hat, soll hier in Deutschland etwas enden, was fast genauso beliebt ist: der Tankrabatt. Die schwarz-rote Koalition hat beschlossen, dass er wie geplant nach zwei Monaten enden wird. Auch wenn Ministerpräsidenten eine Verlängerung fordern – ein Abpfiff nach regulärer Spielzeit ist richtig.
Dabei hat die Spritpreisbremse stärker gewirkt als gedacht. Studien bestätigen, dass die 17 Cent pro Liter größtenteils weitergegeben wurden und sogar die Inflationsrate bremsten. Dennoch ist sie problematisch: Der Tankrabatt entlastet ungenau und ist mit 1,6 Milliarden Euro extrem teuer. Zur Erinnerung: Grund für den steilen Anstieg der Spritpreise war der Angriff der USA und Israels auf den Iran und die folgende Sperrung der Straße von Hormus. Es ist keine gute Idee, die Folgen einer geopolitischen Krise dauerhaft wegsubventionieren zu wollen. Die Hoffnung bleibt, dass der Iran-Krieg bald vorbei ist. Dann sollte der Ölpreis nachgeben und mit ihm die Preise an der Tankstelle.
Was können Verbraucher tun? Am besten zum Taschenrechner greifen. Während Benzin und Diesel trotz Tankrabatt noch immer 15 Cent über dem Preis vor dem Iran-Krieg liegen, ist der Strompreis für Neukunden auf demselben Niveau. Die Preise für E-Autos sinken, die Reichweiten steigen. Eine neue Förderung durch die Bundesregierung gibt es obendrauf. Die Rechnung mag nicht für jeden aufgehen – aber für viele schon.
