Kommentar: „König des Nordens“ strebt nach der Macht

Kommentar: „König des Nordens“ strebt nach der Macht

Von Peter Nonnenmacher

Laut Andy Burnham ist die britische Politik an einem Wendepunkt angekommen. Nach seinem beeindruckenden Nachwahlsieg glaubt der Bürgermeister von Manchester, seiner Partei ebenso wie seinem Land einen Weg aus der Misere weisen zu können, in die beide geraten sind. Für den Labour-Politiker, den sie in England den „König des Nordens“ nennen, steht fest, dass ihm Partei- und Regierungschef Keir Starmer im Süden nun die Krone übers ganze Königreich überlassen muss. Nur er, Andy Burnham, sei in der Lage, die britische Rechte in ihre Schranken zu verweisen, so der Tenor – was er ja jetzt bewiesen habe, mit seinem Wahlerfolg.

Es stimmt ja: Burnham hat sich bei der Nachwahl gegen die beiden Parteien der radikalen Rechten, die in Großbritannien auf dem Vormarsch sind, auf erstaunliche Weise behauptet. Dass er zu einem Zeitpunkt, zu dem die britische Regierung wenig Ansehen in der Bevölkerung genießt, die Wählerschaft in einem abgehängten Teil des Landes mobilisiert hat, ist bedeutend für Labour.

Für Starmer wird es jetzt eng. Die Stimmung in der Partei lässt ihm kaum Alternativen. Burnham hat die Nachwahl geschickt in ein Referendum über die eigene Person umfunktioniert. Nun könnte, falls Starmer nicht freiwillig aufgibt, ein politisches Drama folgen – mit Minister-Rücktritten, Widerstand in der Fraktion und womöglich sogar dem Kollaps der Regierung. Stoppen lässt sich Andy Burnham jedenfalls nicht mehr.

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Erstellt:
19. Juni 2026, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
19. Juni 2026, 23:10 Uhr

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