Umfrage zur Landtagswahl

Kopf-an-Kopf-Rennen: Grüne nur noch einen Prozentpunkt hinter der CDU

Zehn Tage vor der Wahl zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die Grünen mit Cem Özdemir liegen nur noch knapp hinter Manuel Hagels CDU. Aber auch die Linke muss wieder zittern.

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir liefert sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel.

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Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir liefert sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel.

Von Annika Grah

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen ab. Die Grünen konnten nach dem neuen ARD-Deutschlandtrend einen Sprung um vier Prozentpunkte hinlegen. Sie kommen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir in der Umfrage von Infratest Dimap auf 27 Prozent. Die CDU verliert hingegen gegenüber der letzten Umfrage des Instituts im Januar einen Prozentpunkt und liegt nun bei 28 Prozent. Der komfortable Vorsprung, mit dem CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel in den Wahlkampf gestartet ist, ist damit zusammengeschmolzen. Im Herbst hatte die CDU bei Infratest dimap noch neun Prozentpunkte Vorsprung.

FDP legt zu, die Linke verliert

Auch die AfD hat in der Umfrage verloren. Sie liegt mit 18 Prozent zwei Prozentpunkte unter dem Wert von Januar. Die SPD kommt bei sieben Prozent (minus ein Prozentpunkt) heraus. Die FDP liegt bei sechs Prozent. Die Linke kommt nur noch auf 5,5 Prozent und muss damit wieder um ihren Einzug in den Landtag bangen. Am Abend werden die Spitzenkandidaten der sechs Parteien noch einmal in der Wahlarena des SWR aufeinandertreffen (20.15 Uhr).

Könnten die Bürgerinnen und Bürger den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich 42 Prozent für Grünen-Kandidat Cem Özdemir entscheiden. 21 Prozent wären für Manuel Hagel. Allerdings wünschen sich 36 Prozent eine CDU-geführte Regierung und nur 34 Prozent fänden eine von den Grünen geführte Landesregierung gut.

Zwei Drittel der Wähler sind festgelegt

Das Institut weist darauf hin, dass die Umfrage keine Prognose ist, sondern ein Stimmungsbild, das die aktuelle Wahlneigung misst. Von Montag bis Mittwoch seien 1530 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg befragt worden. Viele Wähler legten sich allerdings erst kurz vor der Wahl fest. Nur für zwei Drittel der Wahlberechtigten stehe die Wahl schon fest. In der letzten Phase des Wahlkampfs habe die gezielte Ansprache von Wählern eine große Bedeutung. 18 Prozent der Wähler tendierten zur Nichtwahl. 14 Prozent sind nicht auf eine Partei festgelegt.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa hatte die CDU zu Beginn der Woche noch mit 28 Prozent sechs Prozentpunkte vor den Grünen gesehen. Allerdings hatte zu Wochenbeginn ein altes Video von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel Wogen geschlagen, dass die Grünen-Bundesabgeordnete Zoe Mayer geteilt hatte. Hagel erzählt in dem acht Jahre alten Fernsehinterview von einem Besuch an einer Realschule. In der Klasse hätten damals 80 Prozent Mädchen gesessen. „Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen“, sagt Hagel. Dann geht er auf eine Schülerin näher ein, die die erste Frage gestellt habe: „Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“

Wahlforscher gehen davon aus, dass das Video Jüngere sowie Wahlberechtigte aus dem linken und grünen Spektrum zur Wahl mobilisieren könnte. Eigentlich wollte Hagel in dem Interview mit dem Beispiel ausdrücken, dass Sprache in der Politik wichtig ist und die Menschen erreichen muss. „Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist“, hatte Hagel kommentiert. Die Äußerung sorgte für einige Empörung, vor allem im Netz.

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Erstellt:
26. Februar 2026, 18:08 Uhr
Aktualisiert:
26. Februar 2026, 18:48 Uhr

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