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„Corona-Objekte des Alltags“ im Museum: Und andere Tipps

dpa/lsw Stuttgart. Württembergs Landesmuseum sucht nach Objekten, die einmal zu Erinnerungsstücken aus der Corona-Zeit werden könnten. Digital natürlich, wie es derzeit bei Ausstellungen geboten ist. Und auch andere Museen, Galerien und Stiftungen werden immer kreativer.

Eine Frau hält ein Tablet in der Hand, auf dem die App der Mannheimer Kunsthalle zu sehen ist. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Eine Frau hält ein Tablet in der Hand, auf dem die App der Mannheimer Kunsthalle zu sehen ist. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Ein Spuckschutz? Vielleicht ein Foto von einer Videokonferenz oder der selbstgebastelte Mundschutz vom letzten Besuch im Supermarkt? In der Corona-Krise entstehen Initiativen, es werden neue digitale Plattformen genutzt, und es gibt jede Menge Do-it-Yourself, Selbstgebasteltes natürlich oder umfunktionierte Dinge aus dem Baumarkt. Aber was wird an typischen Objekten oder Dokumenten aus dieser Ausnahmezeit bleiben? Das derzeit wegen der Krise geschlossene württembergische Landesmuseum hat die Frage gestellt und eine neue Internet-Ausstellung kuratiert.

Im Internet sammelt das Haus in den kommenden Wochen Bilder oder Videos von Gegenständen, die mit der Corona-Krise zu tun haben oder die im radikal veränderten persönlichen Alltag wichtig geworden sind. „Es gibt unzählige, teils originelle Beispiele vom selbst gebastelten Brettspiel in der WG bis zum Besen, der in einer Bäckerei als Abstandshalter fungiert“, sagte Museumssprecherin Heike Scholz. Ein Foto einer Puppe als Ersatz für die separierte Freundin sei bereits dabei gewesen, ein fotografiertes Laufband in einem Wohnzimmer und das Bild eines Jungen, der vor der Kirche „Gottesdienstblätter to go“ verteilt, weil die Messe ausfallen muss.

„Wir möchten wissen, an was man sich erinnern wird aus dieser umwälzenden Zeit“, sagt Nina Willburger, die Leiterin der Fachabteilung Archäologie am Landesmuseum Württemberg. Sie gehört zu den Fachleuten, die das jeweils ausgesuchte „Objekt des Tages“ im Internet kulturgeschichtlich einordnen und kommentieren wird. Da bleibt dann auch der Vergleich eines selbst gebastelten Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Bretts mit den Spielchen der alten Ägypter und Römer nicht aus.

Das ungewöhnliche Stuttgarter Angebot reiht sich ein in eine lange Liste digitaler Plattformen, mit denen sich geschlossene Museen, Galerien und Stiftungen für Kunst- und Kulturfans öffnen wollen. Die meisten bieten virtuelle Ausstellungen, Lesungen und Führungen auf Kanälen wie Facebook, Instagram und Twitter oder über die eigenen Webseiten. Unter dem Schlagwort #Cooltour stellt das Kunstministerium täglich jeweils drei Tipps vor. „Kreativ, bunt und vielfältig“ sei das, was die Kultureinrichtungen derzeit auf die Beine stellten, sagte Staatssekretärin Petra Olschowski am Mittwoch in Stuttgart. „Glücklicherweise geht Kultur auch digital.“

Zum Auftakt empfiehlt die Grünen-Politikerin die Produktion „Creations I - III“ auf der Homepage des Stuttgarter Balletts. Zu sehen ist auch, wie die Tänzer in der Zeit abseits der Bühne zu Hause trainieren. Platz zwei in den ersten Olschowski-Charts belegt die Biberacher Wieland-Stiftung mit dem Mitmach-Angebot „Wieland goes creative“, das neben einer Videolesung des Märchens „Der goldene Zweig“ dazu auffordert, poetische und bebilderte Texte einzureichen. Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg bietet unter dem Hashtag #gemeinsamstark eine Art kostenlose Krisenhilfe per Webinar an für die Kultur- und Kreativbranche.

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Erstellt:
8. April 2020, 12:08 Uhr

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