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Bahn senkt Fahrpreise im Fernverkehr am 1. Juli

dpa Berlin. „Schon wieder!“, hieß es jahrelang, wenn die Bahn ihre Preise erhöhte. Nun sinken die Preise. Schon wieder. Aber so groß wie beim letzten mal ist der Nachlass nicht.

Die Deutsche Bahn gibt die Mehrwertsteuersenkung ab 1. Juli an die Kunden weiter. Foto: Bernd Thissen/dpa

Die Deutsche Bahn gibt die Mehrwertsteuersenkung ab 1. Juli an die Kunden weiter. Foto: Bernd Thissen/dpa

Für Kunden der Deutschen Bahn ist die nächste Preissenkung in Sicht. Ab dem 1. Juli werden Fahrkarten im Fernverkehr 1,9 Prozent billiger angeboten.

„Wir werden die Mehrwertsteuersenkung an unsere Kunden weitergeben“, teilte Vorstandsmitglied Berthold Huber der Deutschen Presse-Agentur mit. Das gelte für alle Super-Sparpreis-, Sparpreis und Flexpreis-Tickets sowie für Bahncards und Zeitkarten im Fernverkehr.

Im Nahverkehr entscheidet die Bahn in den meisten Fällen nicht selbst, aber auch hier sollen die Fahrgäste profitieren. „Die Mehrwertsteuer-Absenkung wollen wir "1:1" an unsere Kunden weitergeben“, heißt es in einem Brief des Vorstands an den Aufsichtsrat, der der Deutschen Presse-Agentur in Teilen vorliegt.

Wann auch Regio fahren günstiger wird, steht aber noch nicht fest. Man sei in Gesprächen mit den anderen Beteiligten der Branche, also Verkehrsverbünden, anderen Bahn-Betreibern und den Aufgabenträgern, die den Nahverkehr in Deutschland organisieren und finanzieren.

Die große Koalition hatte beschlossen, die Mehrwertsteuer ab 1. Juli bis Jahresende zu reduzieren. Der ermäßigte Satz, der seit Jahresbeginn auch für Bahnfahrkarten im Fernverkehr gilt, soll von sieben auf fünf Prozent sinken.

Zu Jahresbeginn hatte die Bahn die Fahrpreise im Fernverkehr zum ersten Mal seit 2002 gesenkt. Tickets wurden zehn Prozent billiger, weil die Bahn auch die damalige Mehrwertsteuersenkung eins zu eins umlegte. Als Teil des Corona-Konjunkturpakets dreht die Regierung nun noch einmal an der Mehrwertsteuerschraube.

Zugleich soll die Bahn zusätzliche Milliarden erhalten, denn ihre Fahrgastzahl war ab Mitte März eingebrochen. Fünf Milliarden Euro sollen als Corona-Hilfe ins Eigenkapital des Staatskonzerns fließen. Die Länder bekommen einmalig zusätzliche 2,5 Milliarden Euro für Busse und Bahnen im Regional- und Nahverkehr.

Erst allmählich steigen wieder mehr Menschen in die Züge. Am wichtigen Reise-Wochenende Pfingsten waren es bei der Deutschen Bahn etwa halb so viele wie ein Jahr zuvor.

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Erstellt:
8. Juni 2020, 07:22 Uhr

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