Nach 15 Jahren im Amt
Kretschmann will nach letztem Arbeitstag ausschlafen
Nach 15 Jahren im Amt will Winfried Kretschmann an seinem ersten Tag ohne Regierungsverantwortung vor allem eines: lange im Bett liegen bleiben.
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Kretschmann ist seit 2011 Regierungschef in Baden-Württemberg.
Von red/dpa
Für den Tag nach dem Ende seiner 15-jährigen Amtszeit hat sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schon etwas vorgenommen. Auf Nachfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur, was er denn nach Dienstschluss als Erstes machen werde, antwortete der 77-Jährige knapp: „Ausschlafen“. Voraussichtlich werde er am 12. Mai aus dem Amt scheiden. „Aber das hängt von der Dauer der Koalitionsverhandlungen ab“, sagte der älteste Ministerpräsident Deutschlands.
Seit 2011 Regierungschef – nun kommt Özdemir
Kretschmann ist seit 2011 Regierungschef in Baden-Württemberg, bei der Landtagswahl am 8. März war er nicht mehr angetreten. Die Grünen wurden mit knappem Vorsprung vor der CDU stimmenstärkste Kraft, ihr Spitzenkandidat Cem Özdemir soll Kretschmann beerben. Aktuell laufen die Sondierungen zwischen den beiden Parteien.
Was genau er nach dem Ende seiner Amtszeit machen wird, sei noch offen, erklärte Kretschmann in dem Interview. „Ob ich einen radikalen Schnitt mache und mich aus dem öffentlichen Leben zurückziehe, weiß ich noch nicht.“
Wenn er mit dem Wissen von heute dem angehenden Ministerpräsidenten Kretschmann von damals etwas hätte raten können, dann hätte er sich selbst gelassenen Demut gewünscht, sagte er. „Vieles am Gelingen hängt nicht von einem selber ab, sondern von Dingen, die man gar nicht in der Hand hat - von Zufällen, von Kräften von außen, vom richtigen Zeitpunkt.“
