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Landesschülerbeirat: Kombilösung für Abschlussprüfungen

dpa/lsw Stuttgart. Bund und Länder beraten diese Woche über die harten Corona-Beschränkungen. Besonders heikel ist die Frage, wie es mit den Schulen und den Prüfungen weitergeht.

„Ruhezone Abitur Kein Durchgang“ steht auf einer Absperrung in einer Schule. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild

„Ruhezone Abitur Kein Durchgang“ steht auf einer Absperrung in einer Schule. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild

Der Landesschülerbeirat dringt darauf, nur noch Gesundheitsexperten darüber entscheiden zu lassen, ob Abschlussprüfungen an den Schulen stattfinden und wann und in welcher Form die Schulen wieder geöffnet werden. „Sollten die Gesundheitsbehörden und das Robert Koch-Institut dies aufgrund des Infektionsschutzes für unzumutbar einstufen, können die Abschlussprüfungen nicht stattfinden“, teilte der Vorsitzende des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg, Leandro Cerqueira Karst, am Montag in Stuttgart mit.

Für die Abschlussprüfungen schlugen die Schülervertreter eine Kombi-Lösung vor: Schüler bekommen basierend auf den bisher erbrachten Leistungen eine Abschlussnote. Für den Fall, dass Schüler zwischen zwei Noten stehen, sollte im Zweifel zugunsten der Prüflinge entschieden werden. Schüler, die ausdrücklich die Möglichkeit haben wollen, eine Prüfung abzulegen, sollen diese zu einem späteren Zeitpunkt bekommen. „Mit der Entscheidung für eine der Optionen verzichten die Betroffenen auf eine Anfechtung der Ergebnisse“, sagte Leandro Cerqueira Karst.

Auch bei einer schrittweise Öffnung der Schulen sollten Gesundheitsexperten demnach das letzte Wort haben. Kleine Gruppengrößen, ein mögliches Schichtmodell für Schülerschaft und Lehrerkollegium oder auch freiwilliger Unterricht ist aus der Sicht des Landesschülerbeirats denkbar.

Sollte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden, ist es aus Sicht des Schülerbeirats unmöglich, dass Klausuren und Klassenarbeiten über die zu Hause erarbeiteten Inhalte geschrieben werden. Die digitalen Möglichkeiten stünden nicht jedem Schüler in gleicher Form zur Verfügung. In vielen Haushalten gebe es keine oder unzureichend Computer, Laptops oder Tablets. An dieser Stelle sollten auch Möglichkeiten von Leihgeräten als Übergangslösung geprüft werden.

Wegen des Coronavirus sind die Schulen seit dem 17. März geschlossen. Bislang ist vorgesehen, dass die Prüfungen im Südwesten ab dem 18. Mai durchgeführt werden. Am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten beraten, wie es an den Schulen in der Corona-Krise weitergehen soll.

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Erstellt:
13. April 2020, 11:44 Uhr

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