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Landtags-Grüne pochen auf Prüfung des Waffenrechts

dpa/lsw Stuttgart. Für den Grünen-Innenexperten Uli Sckerl gehört angesichts des Verbrechens in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) mit sechs Toten das Waffenrecht auf den Prüfstand. „Der Innenminister hat einen klaren Prüfauftrag“, sagte Sckerl am Sonntag in Stuttgart. Der 26-jährige mutmaßliche Täter aus Rot am See war Sportschütze und Inhaber einer Waffenbesitzkarte. Er war somit legal im Besitz einer halbautomatischen Pistole. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte schon zuvor erklärt: „Man muss sich jetzt ganz genau, sorgfältig und sorgsam anschauen, ob und wie man hier möglicherweise noch nacharbeiten muss.“

Uli Sckerl, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von den Grünen. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Uli Sckerl, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von den Grünen. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Der reflexartige Ruf nach einer Verschärfung des Waffenrechts gehe fehl, teilte hingegen der Fraktionsvorsitzende der FPD/DVP-Fraktion, Hans-Ulrich Rülke, mit. „Schon heute haben wir eines der weltweit strengsten Waffengesetze und zahlreiche Restriktionen für legale Waffenbesitzer. Dabei verhindern Verbote allein solche furchtbaren Gewalttaten nicht und Waffenmissbrauch lässt sich nicht allein durch Verschärfung des Waffenrechts bekämpfen.“

Weil der mutmaßliche Täter von Rot am See eine Waffenbesitzkarte hatte, befürchtet der Deutsche Schützenbund (DSB) in Wiesbaden eine Debatte um ein schärferes Waffenrecht. „Wenn mit einer legalen Waffe so etwas passiert, ist immer die Diskussion da, wie man die Schraube noch weiter anziehen kann“, sagte Walter Wolpert, DSB-Vizepräsident für den Bereich Recht. Dabei habe Deutschland schon eines der strengsten Waffengesetze der Welt, das zudem gerade verschärft worden sei.

Sckerl will geklärt wissen, ob es zu weiteren Einschränkungen beim Erwerb, Besitz und Aufbewahren von Sportwaffen kommen muss. Seit dem Amoklauf von Winnenden seien mehr als 80 Menschen durch Waffen von Sportschützen getötet worden. „Das sind eindeutig zu viele.“ Das sei ein Problem, vor dem auch der Schützenbund nicht die Augen verschließen dürfe.

Ein 17-Jähriger hatte am 11. März 2009 in seiner ehemaligen Realschule in Winnenden acht Schülerinnen, einen Schüler, drei Lehrerinnen sowie auf der Flucht drei Menschen und schließlich sich selbst erschossen. Dafür nutzte er die unverschlossen untergebrachte Pistole seines Vaters - eines Sportschützen.

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Erstellt:
27. Januar 2020, 07:11 Uhr

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