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Mann will mutmaßlich Bruder mit Auto töten: Prozessbeginn

dpa/lsw Tübingen. Spektakuläres Ende eines Familienzwists? Ein Mann soll absichtlich auf seinen Bruder und einen Bekannten zugefahren sein und sie mit seinem Auto erfasst haben. Die Männer wurden laut Anklage über ein Geländer geschleudert und verletzten sich. Seit Mittwoch muss sich der 38-Jährige deshalb vor dem Landgericht Tübingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem versuchten Totschlag in zwei Fällen vor.

Ein Schild mit der Aufschrift Landgericht und Amtsgericht hängt vor dem Landgericht in Tübingen. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Ein Schild mit der Aufschrift Landgericht und Amtsgericht hängt vor dem Landgericht in Tübingen. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Der Anklage zufolge geriet der mutmaßliche Täter an einem Februarabend bei einem Tübinger Tankstellengelände mit den beiden anderen Männern in Streit. Es gab Handgreiflichkeiten. Daraufhin soll sich der Angeklagte in sein Auto gesetzt und beschleunigt haben. Der Wagen erfasste seine beiden Kontrahenten und schob sie über ein Geländer. Beide stürzten zweieinhalb Meter tief auf eine Böschung. Der Bruder erlitt ein Schädel-Hirntrauma und Schürfwunden, der Bekannte Prellungen und Hämatome.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft fuhr der Angeklagte zielgerichtet und mit mindestens 30 Stundenkilometern auf die Männer zu. Er selbst bestritt das zum Prozessauftakt. „Es war ein Unfall“, sagte er bei der Verhandlung am Mittwoch. Er sei in der Situation unkonzentriert und außer Kontrolle gewesen und habe Angst gehabt wie nie zuvor in seinem Leben. Seine Panik begründete er damit, dass sein Bruder ihn mit einer Eisenstange bedroht habe.

Hintergrund war dem Angeklagten zufolge familiäre Uneinigkeit über einen angeblichen Geldfund. Der aus dem Kosovo stammende 38-Jährige gab an, mit seinem Schwager 4000 Euro in einem Computer gefunden zu haben. Weil der Schwager das Geld nicht habe zurückgeben wollen, zeigte der Angeklagte ihn an. Das soll seinen Bruder in Rage gebracht haben. Vorgesehen sind zunächst vier weitere Verhandlungstermine.

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Erstellt:
1. Juli 2020, 11:32 Uhr

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