Vetternwirtschaft bei der AfD
Markus Frohnmaier unter Druck – Hat auch der Adoptivvater einen AfD-Job?
Der AfD-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg gerät wegen neuer Vorwürfe massiv in Erklärungsnot. Nicht nur die Ehefrau, auch sein Adoptivvater soll in einem AfD-Büro angestellt sein.
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Der AfD-Spitzenmann Markus Frohnmaier ist erneut in Erklärungsnot.
Von Eberhard Wein
Erst die Ehefrau, jetzt auch der Vater: Gegen den AfD-Spitzenkandidaten bei der baden-württembergischen Landtagswahl, Markus Frohnmaier, gibt es neue Vorwürfe in der AfD-Vetternwirtschaftsaffäre. Demnach verfüge auch sein Adoptivvater über eine Stelle in einem AfD-Büro und erhalte damit indirekt Geld aus öffentlichen Mitteln. Das berichtet das Nachrichtenportal t-online. Zuvor war bekannt geworden, dass Frohnmaiers Frau das Berliner Büro des baden-württembergischen Bundestagsabgeordneten Johann Martel leitet.
Laut des Berichts habe die Pforzheimer AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer Frohnmaiers Vater nach ihrer Wahl in den Bundestag im vergangenen Jahr in ihrem Wahlkreisbüro angestellt. Zu erreichen sei er dort allerdings nicht. Was der Mann, der eigentlich in Rente ist, dort tatsächlich tut, ist unklar. Frohnmaier kam in Rumänien zur Welt und war dort zunächst in einem Kinderheim untergebracht. Von einem Paar aus Weil der Stadt wurde er adoptiert. Seine leiblichen Eltern kennt er nicht.
Zimmer, die als enge Vertraute Frohnmaiers gilt, lehnte gegenüber t-online eine Stellungnahme ab. Die 28-Jährige, die sich selbst als „kluges Köpfchen“ bezeichnet, erklärte, sie äußere sich zu Personalangelegenheiten ihres Wahlkampfbüros „grundsätzlich nicht mehr“. Auch Frohnmaier, der sich im Wahlkampfschlussspurt bei einer internationalen Konferenz rechter Parlamentarier in Washington aufhält, wiegelte demnach ab. „Zu Beschäftigungsverhältnissen anderer Personen und Mitglieder des Bundestags kann ich mich logischerweise nicht äußern“, zitiert ihn das Portal.
Sänze sieht keine Überkreuzbeschäftigung
Der baden-württembergische Co-Vorsitzende Emil Sänze, der im Unterschied zum Bundestagsabgeordneten Frohnmaier auch selbst für den Landtag kandidiert, sagte unserer Zeitung, ihm lägen keine Erkenntnisse zum unterstellten Sachverhalt vor. Er erkenne darin auch keine Überkreuzbeschäftigung oder sonstigen „Umstand, der den geltenden rechtlichen Rahmen berühren oder infrage stellen würde“. Allerdings leitet Zimmer selbst gegenwärtig Frohnmaiers Wahlkampf.
Im Zuge der sogenannten „Vetternwirtschaftsaffäre“ war bekannt geworden, dass zahlreiche AfD-Landtags- und Bundestagsabgeordnete nahe Angehörige offenbar systematisch in den Büros anderer AfD-Abgeordneter untergebracht haben. Sie werden dort aus Steuermitteln alimentiert, teilweise ohne ersichtliche Gegenleistung. Auch Frohnmaiers Schwester wurde dabei genannt. Sie soll vor einigen Jahren bei einem baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten gearbeitet haben.
