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Morales: Lithium-Joint-Venture war nicht vom Tisch

dpa Mexiko-Stadt. Ein kürzlich geplatztes deutsch-bolivianischen Projekt zur Lithiumgewinnung ist nach den Worten von Boliviens Ex-Präsident Evo Morales nur an seinem Rücktritt gescheitert.

Evo Morales, Ex-Präsident von Bolivien, im Exil in Mexiko. Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa

Evo Morales, Ex-Präsident von Bolivien, im Exil in Mexiko. Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa

Das Joint Venture wäre sonst noch zustande gekommen, obwohl er es vor wenigen Wochen per Dekret gestoppt hatte, sagte Morales der Deutschen Presse-Agentur.

Das Gemeinschaftsprojekt zwischen der Firma ACI Systems aus Baden-Württemberg und dem bolivianischen Staatsunternehmen YLB war im vergangenen Dezember in Berlin vereinbart worden. Es zielte darauf ab, Lithium aus dem bolivianischen Salzsee Uyuni zu gewinnen, wo die weltweit größten Vorkommen des Alkalimetalls vermutet werden. Lithium wird unter anderem zur Produktion von Batterien für Elektroautos benötigt.

Im bolivianischen Department Potosí, in dem der Salzsee liegt, war es zu Protesten gegen das Projekt gekommen, weil die lokale Bevölkerung nach Ansicht der Demonstranten keinen guten Schnitt gemacht hatte. „Kleine Gruppen“ unter dem schlechten Einfluss chilenischer Berater hätten sich gegen das Projekt gestellt, erklärte Morales. Es habe aber bereits weit fortgeschrittene Pläne gegeben, bis Ende des Jahres in Uyuni eine autonome Region zu schaffen und das Problem damit zu lösen. „Das war unser Plan. Der ist nun aber durchkreuzt.“

Morales war am 10. November unter dem Druck von Militär und Polizei zurückgetreten, nachdem internationale Beobachter Manipulationen bei der Präsidentenwahl drei Wochen zuvor festgestellt hatten. Er spricht von einem Putsch. Am Dienstag vergangener Woche setzte er sich ins Exil nach Mexiko ab. Der erste indigene Präsident des Andenlandes hatte für eine vierte Amtszeit kandidiert.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte mitgeteilt, man habe die Nachricht der Annullierung „mit Überraschung und Bedauern zur Kenntnis“ genommen. „Nachvollziehbare Gründe für diese Entscheidung sind der Bundesregierung bisher nicht bekannt.“

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Erstellt:
19. November 2019, 09:05 Uhr

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