Musk verspricht Schnäppchen-Tesla

dpa Fremont/Erkner. Erst Hauptversammlung, dann „Battery Day“ - Tesla-Chef Elon Musk war am Dienstag im Dauereinsatz. Der Unternehmer will mit einem neuen voll autonomen E-Auto in die Mittelklasse vordringen.

Tesla-Chef Elon Musk verspricht ein günstiges E-Auto. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

Tesla-Chef Elon Musk verspricht ein günstiges E-Auto. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

Elon Musk will einen Tesla zum Schnäppchenpreis auf den Markt bringen - der zudem vollautonom fahren kann.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir ein sehr, sehr überzeugendes Elektroauto für 25.000 Dollar bauen können“, sagte der Unternehmer am Dienstag (Ortszeit) bei Teslas „Battery Day“ im kalifornischen Fremont.

Allerdings müssen sich Kunden noch gedulden, denn Voraussetzung dafür, dass die Preise so stark fallen können, sind drastische Kostensenkungen in der Batterieherstellung. Musk glaubt, diese in etwa drei Jahren erreichen zu können.

Ein Einstiegsmodell für 25.000 Dollar könnte Teslas Erfolg beflügeln. Allerdings kann dieser Preis für Deutschland nicht einfach nach dem Wechselkurs in 21 400 Euro umgerechnet werden. So wird das Model 3 in den USA ab einem Listenpreis von 39.990 Dollar angeboten, das 34.200 Euro entspricht. In Deutschland startet die Preisliste für das Model 3 aber erst bei 42.900 Euro, auch weil hierzulande immer die Mehrwertsteuer mit einberechnet werden muss und Anpassungen für den deutschen Markt Kosten verursachen.

In Grünheide bei Berlin baut Tesla auf Grundlage vorläufiger Teilgenehmigungen gerade eine Fabrik. Von Sommer 2021 an sollen dort zunächst bis zu 500.000 Elektroautos pro Jahr hergestellt werden. Das Genehmigungsverfahren für das Werk ist aber noch nicht beendet. Bei einer Anhörung in Erkner bei Berlin erhielten am Mittwoch mehr als 100 Kritiker die Gelegenheit, ihre beim Land Brandenburg eingereichten Einwände vorzutragen. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für Wasserversorgung und Umwelt.

Der Tech-Milliardär Musk kündigte in Fremont an, dass die Batteriekosten dank technischer Fortschritte insgesamt halbiert und die Reichweite der E-Autos stark erhöht werden sollen. Es handelte sich jedoch lediglich um mittel- bis langfristige Versprechen. Musk hatte die Hoffnungen am Vorabend gedämpft, indem er erklärte, dass sich die Innovationen in Teslas Batterie-Technologie erst ab 2022 in größeren Produktionsvolumen bemerkbar machen dürften.

Trotz dieser Vorwarnung reagierten Anleger enttäuscht und ließen die Aktien, die schon am Dienstag mit einem Minus von 5,6 Prozent aus dem US-Handel gegangen waren, bis Mittwochnachmittag nochmals um gut 5 Prozent fallen. Jedoch zählt Tesla mit einem Kursplus von mehr als 400 Prozent im laufenden Jahr zu den größten Überfliegern am Markt. Mit einem Börsenwert von gut 395 Milliarden Dollar (knapp 338 Mrd Euro) ist der Konzern mit Abstand am höchsten gehandelte Autohersteller weltweit.

Auch wenn das Batterie-Event nicht ganz überzeugen konnte, haben Tesla-Fans derzeit viel Grund zur Freude. Denn während die Corona-Pandemie der Autoindustrie insgesamt schwer zu schaffen macht, sieht Musk sein Unternehmen weiter auf Erfolgskurs. „Uns geht es 2020 sehr gut, wir werden trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30 und 40 Prozent erreichen“, sagte Musk bei Teslas Hauptversammlung vor dem „Battery Day“. Damit machte er deutlich, dass Tesla am ehrgeizigen Jahresziel festhält, rund 500.000 Elektro-Autos auszuliefern. Das wären 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Während es für den Rest der Branche abwärts ging, ging es für Tesla nach oben“, triumphierte Musk. Der 49-jährige Tech-Milliardär ließ sich von den Fans per Hupkonzert feiern, da das Aktionärstreffen vor Teslas US-Autowerk pandemiebedingt mit einer Freiluftbühne im Stile eines Autokinos zusammenkam. Die Stimmung war angesichts der jüngsten Erfolgswelle bestens und Musk erhielt nach Bestätigung der Jahresziele und des zuletzt erreichten Meilensteins der ersten vier aufeinanderfolgenden Quartale mit Gewinn in Folge viel Anerkennung.

© dpa-infocom, dpa:200923-99-670679/5

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Erstellt:
23. September 2020, 05:21 Uhr

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