Diktatoren unter sich

Mussolini-Notizen zu Treffen mit Hitler in Italien entdeckt

Unbekannte Notizen des Faschisten Mussolini zu einem Treffen mit NS-Diktator Hitler sind in Italien aufgetaucht. Die Aufzeichnungen betreffen ein Gespräch der beiden im April 1944 bei Salzburg.

Adolf Hitler (li.) und der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini (re.) fahren in einem offenen Wagen durch Florenz. Der Italien-Besuch des NS-Diktators vom 3. bis zum 9. Mai 1938 wurde zu einer Machtdemonstration des Faschismus.

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Adolf Hitler (li.) und der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini (re.) fahren in einem offenen Wagen durch Florenz. Der Italien-Besuch des NS-Diktators vom 3. bis zum 9. Mai 1938 wurde zu einer Machtdemonstration des Faschismus.

Von Markus Brauer/dpa

 In Italien sind bislang unbekannte handschriftliche Notizen des früheren faschistischen Diktators Benito Mussolini zu einem Treffen mit NS-Diktator Adolf Hitler im Jahr 1944 entdeckt worden.

Vor Auktion sichergestellt

Eine Spezialeinheit der Carabinieri stellte die Dokumente vor einer Auktion sicher und übergab sie dem zentralen Staatsarchiv in Rom, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Notizen werden demnach als von „besonderer historischer Bedeutung“ eingeschätzt.

Die Dokumente waren bei einem Auktionshaus in Turin zum Verkauf angeboten worden. Die Carabinieri beschlagnahmten die Notizen und unterzogen sie einer umfassenden Analyse. Erste Untersuchungen zeigten anhand einer schriftvergleichenden Prüfung, dass das Schriftbild sowie das Monogramm „M“ am Ende eines der Blätter Mussolini eindeutig zuzuordnen seien.

Sequestrate a Torino 5 lettere di Mussolini sull’incontro a Salisburgo con Hitler, i manoscritti vanno al Ministero della Cultura https://t.co/Ks3LJ74wEhpic.twitter.com/Etzx726Za2 — Torino Today (@torinotoday) February 23, 2026

Treffen der beiden Diktatoren in Österreich

Nach Angaben der Experten der Carabinieri-Spezialeinheit zum Schutz des italienischen Kulturerbes handelt es sich um Aufzeichnungen zu einem Treffen mit Hitler am 22. April 1944 im Schloss Kleßheim bei Salzburg in Österreich.

In ihnen sind demnach Punkte zu verschiedenen Themen der Bereiche „Streitkräfte“, „Politik“ sowie „Wirtschaft und Arbeit“ notiert. Sie dürften unmittelbar als Vorbereitung für das Treffen der beiden Diktatoren erstellt worden sein.

Die Blätter sind zwar undatiert, ihr Inhalt stimmt jedoch nach Angaben der Carabinieri mit den Themen überein, die Mussolini und sein enger Mitarbeiterkreis während des Treffens mit Hitler behandelten. Die Experten gehen davon aus, dass Mussolini die Notizen wahrscheinlich auch während der Konferenz verwendete. Sie weisen nämlich eine vierfache Faltung auf.

Diktatoren waren enge Verbündete

Mussolini (1883-1945) und Hitler (1889-1945) waren enge Verbündete. Nach seiner Absetzung 1943 in Rom stand Mussolini mit Unterstützung Hitlers in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs einem Vasallenstaat vor, der „Republik von Salò“. Die „Italienische Sozialrepublik“ – so der offizielle Titel – hielt sich von September 1943 bis kurz vor Kriegsende.

Auf der Flucht in die Schweiz wurde Mussolini am 28. April 1945 zusammen mit seiner Geliebten Clara Petacci von Partisanen Am Rande des Dorfes San Giulino di Mezzegra am Westufer des Comer Sees erschossen.

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Erstellt:
23. Februar 2026, 17:12 Uhr

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