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Nach Angriff bei Corona-Demo: Razzien in Baden-Württemberg

dpa/lsw Stuttgart. Mitte Mai versammeln sich Tausende in Stuttgart zur größten Demonstration gegen die Corona-Auflagen. Friedlich soll sie sein, aber auf dem Weg zur Kundgebung werden drei Menschen zusammengeschlagen. Jetzt gibt es Razzien und einen Verdächtigen.

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild

Nach einem brutalen Angriff auf Teilnehmer einer Stuttgarter Corona-Demonstration sind am Donnerstag bei Razzien in sieben Städten Zimmer und Wohnungen von Anhängern der linken Szene durchsucht worden. Ein 21-Jähriger sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Gegen den Deutschen habe bereits ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags vorgelegen.

Die Razzien mit mehreren Hundert Polizisten stehen nach Angaben des Innenministeriums in Zusammenhang mit der Attacke auf drei Gegner der Corona-Auflagen. Das Trio war Mitte Mai auf dem Weg zu einer Kundgebung angegriffen worden, einer war dabei lebensgefährlich verletzt worden.

„In den durchsuchten Objekten wohnen überwiegend uns bekannte Anhänger der linken Szene“, sagte ein Polizeisprecher. Es seien Beweismittel beschlagnahmt worden. Ein politischer Hintergrund der Attacke war bereits nach dem Angriff auf die Demonstranten nicht ausgeschlossen worden. Die Polizei war von einem gezielten Angriff ausgegangen und hatte die unbekannten Täter im linksextremen Spektrum vermutet. Das lebensgefährlich verletzte 54 Jahre alte Opfer gehörte nach dpa-Informationen der rechtspopulistischen gewerkschaftsähnlichen Organisation „Zentrum Automobil“ an.

Insgesamt durchsuchten die Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen neun Objekte in Stuttgart, Karlsruhe, Ludwigsburg, Remseck am Neckar (Kreis Ludwigsburg), Tübingen, Waiblingen und Fellbach (Rems-Murr-Kreis). Zuvor hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ über die Razzien berichtet.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) bezeichnete die Durchsuchungen als „bedeutenden Schritt zur Aufklärung“. Er verurteile brutale Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung. „Das geht gar nicht“, sagte er und fügte hinzu: „Und auch hier gilt: Wir kriegen Euch!“.

Bei dem Protest Mitte Mai hatten mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert. Für Aufsehen hatte damals auch der Brand von mehreren Lastwagen einer Firma für Veranstaltungstechnik gesorgt. In den Fahrzeugen sollte nach Polizeiangaben die Technik für die Demonstration auf dem Cannstatter Wasen transportiert werden.

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Erstellt:
2. Juli 2020, 08:40 Uhr

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