In Zügen und an Bahnhöfen

Nach Tod von Zugbegleiter - Plakate für mehr Respekt

Rund drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf Serkan Çalar ziehen Bahn und Politik Konsequenzen. Was die neue Respektkampagne erreichen will und welche Maßnahmen noch geplant sind.

Moll: Gewalt gegen Mitarbeitende ist alltäglich.

© Kay Nietfeld/dpa

Moll: Gewalt gegen Mitarbeitende ist alltäglich.

Von dpa

Berlin - Plakate sollen künftig in Zügen und an Bahnhöfen für mehr Respekt werben und Übergriffe gegen Bahnmitarbeitende eindämmen. Teil der Kampagne sind etwa Werbeflächen mit Aufschriften wie "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch für alle in Uniform", wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Die Motive sind Teil der Kampagne "#mehrAchtung", die das Bundesverkehrsministerium gemeinsam mit der Bahn und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fortführt. Sie gehört zu einem Aktionsplan für mehr Sicherheit, der nach dem tödlichen Angriff auf einen 36-jährigen Zugbegleiter bei einem Sicherheitsgipfel der Bahn vereinbart wurde.

Palla: Sicherheit entsteht nicht durch mehr Maßnahmen

Bahnchefin Evelyn Palla betonte, dass Sicherheit nicht durch Technik oder mehr Personal entstehe, sondern "insbesondere im täglichen Miteinander, durch Respekt, durch Rücksicht und durch Haltung". Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) appellierte an die Verantwortung von jedem Fahrgast, für ein friedliches und umsichtiges Miteinander zu sorgen. "Rücksicht gehört mit ins Reisegepäck. Mit Respekt kommt jeder besser an", sagte er. 

Bahnangestellte werden häufiger Zielscheibe von Angriffen

Zugleich verwies die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der DB, Heike Moll, auf die wachsenden Probleme im Alltag. "Beleidigungen, Anspucken, Schläge, sexuelle Übergriffe und Körperverletzung sind keine Ausnahme mehr", sagte sie. Die Entwicklung sei Teil eines breiteren gesellschaftlichen Trends, deshalb dürfe die Verantwortung nicht auf Einzelne beschränkt werden. 

Moll sieht einen klaren Zusammenhang zwischen der angespannten betrieblichen Lage und dem Anstieg von Übergriffen auf Mitarbeitende. "Bei Zugverspätungen und Zugausfällen eskaliert Stress nachweislich stärker und immer häufiger." 

Die Zahl der Angriffe auf Bahnmitarbeitende ist zuletzt gestiegen. Nach Angaben der Bundesregierung wurden 2025 rund 2.690 Fälle registriert – etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Welche Maßnahmen noch geplant sind

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar in einer Regionalbahn in Rheinland-Pfalz im Rahmen einer Ticketkontrolle sorgte bundesweit für Entsetzen.

Neben der Respektkampagne setzt die Bahn auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Beschäftigte im Kundenkontakt im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen sollen freiwillig mit Bodycams ausgestattet werden, im dritten Quartal will die Bahn zudem Modelle mit Tonaufzeichnung testen. Zudem plant der Konzern mehr Sicherheitspersonal, baut Deeskalationstrainings aus und erprobt auf einzelnen Linien eine Doppelbesetzung mit zwei Zugbegleitern.

Palla und Schnieder setzen auf Verantwortung von Fahrgästen.

© Kay Nietfeld/dpa

Palla und Schnieder setzen auf Verantwortung von Fahrgästen.

Neben Sicherheitsmaßnahmen sollen Plakate in Bahnhöfen und Bahnen für weniger Gewalt sorgen.

© Kay Nietfeld/dpa

Neben Sicherheitsmaßnahmen sollen Plakate in Bahnhöfen und Bahnen für weniger Gewalt sorgen.

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Erstellt:
5. Mai 2026, 13:40 Uhr

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