Bis zu 100 Kilo per Luft
Neue Lastendrohne für Bergwacht Schwarzwald
Schwere Ausrüstung durch unwegsames Gelände zu transportieren gehört zum Alltag der Bergwacht. Eine neue Anschaffung erleichtert in dieser Hinsicht nun einiges.
© Philipp von Ditfurth/dpa
Ein Drohnenpilot der Bergwacht sieht zu, wie ein Flughelfer der Bergwacht eine Übungslast von der Seilwinde einer Lastendrohne abhängt.
Von red/dpa/lsw
Bis zu 100 Kilogramm Ausrüstung per Luft zum Einsatzort transportieren - das schafft die neue Lastendrohne der Bergwacht Schwarzwald. Seit Mai ist das neue Gerät in Betrieb und gehört zu den ersten Drohnen ihrer Klasse, die in Deutschland bei Sicherheitsbehörden zum Einsatz kommt, wie die Bergwacht mitteilte.
Bislang mussten Bergretterinnen und Bergretter ihre schwere Ausrüstung oft zu Fuß durch unwegsames Gelände tragen, häufig unter Seilsicherung. Die komplette Ausrüstung eines Bergrettungsfahrzeugs wiegt schnell über 200 Kilogramm. „Wenn wir diese mit wenigen Drohnenflügen an den Einsatzort bringen, ist das ein enormer Zeitgewinn – besonders in steilen, steinschlaggefährdeten Hängen, von denen es im Schwarzwald viele gibt“, sagte Matthias Rütten, Leiter des Drohnenteams der Bergwacht Schwarzwald. So sei man schneller beim Patienten und die Sicherheit der Helfer höher.
Auslöser für die Beschaffung sei die rasante Entwicklung der Drohnentechnologie gewesen. Noch im Herbst des vergangenen Jahres seien Modelle mit einer Nutzlast von 30 Kilogramm vorgestellt worden. Nur wenige Monate später folgte demnach schon die nächste Generation: stärkere Akkus und mehr Tragkraft – bis zu 100 Kilogramm.
Offizielle Indienststellung Ende des Monats
Auch jenseits klassischer Bergrettung sieht die Bergwacht demnach großes Potenzial. Bei abgeschnittenen Gebieten oder zerstörter Infrastruktur – etwa nach Erdrutschen, Stürmen oder starkem Schneefall – könnte die Drohne medizinisches Material oder Versorgungsgüter dorthin bringen, wo Fahrzeuge nicht mehr durchkommen. Finanziert wurde die Anschaffung über Katastrophenschutzmittel des Landes Baden-Württemberg.
Derzeit befindet sich das Projekt in der Testphase, ein spezialisiertes Pilotenteam wird eigenen Angaben nach ausgebildet. Offiziell in Dienst gestellt wird die Drohne am 27. Juni beim bundesweiten Bevölkerungsschutztag auf dem Messegelände in Freiburg durch Innenminister Manuel Hagel (CDU).
