Neue Tarife

Nur noch Laptop statt Handgepäck bei der Lufthansa

Ab Mai müssen Lufthansa-Passagiere für den Rollkoffer extra zahlen. Der „Economy Basic“-Tarif kommt mit Einschränkungen. Ein Schritt, der die Airline näher an Billigflieger rückt.

Solche Handgepäckstücke sind bei der Lufthansa bald nicht mehr gratis.

© Lichtgut/Max Kovalenko

Solche Handgepäckstücke sind bei der Lufthansa bald nicht mehr gratis.

Von Michael Maier

Bei der Lufthansa endet eine Ära: Der bisher kostenfreie Handgepäck-Trolley auf Kurz- und Mittelstrecken wird gestrichen. Die Fluggesellschaft führt bei allen Airlines ihrer Gruppe einen neuen Einstiegstarif namens „Economy Basic“ ein, der nur noch die Mitnahme eines kleinen persönlichen Gegenstands wie einer Laptop-Tasche oder eines Rucksacks erlaubt.

Der neue Spartarif wird ab dem 28. April für Reisen ab dem 19. Mai zunächst auf ausgewählten Strecken buchbar sein. Der persönliche Gegenstand, den Passagiere kostenlos mitnehmen dürfen, darf höchstens 40 × 30 × 15 Zentimeter groß sein - deutlich kleiner als die bisherige Standardgröße für Handgepäck von 55 × 40 × 23 Zentimetern mit maximal acht Kilogramm.

15 Euro für Lufthansa-Handgepäck

Wer einen größeren Trolley mit in die Kabine nehmen möchte, muss künftig mindestens 15 Euro zusätzlich bezahlen. Lufthansa begründet diesen Schritt mit dem veränderten Verhalten der Passagiere. Der neue Tarif soll besonders für Tagesreisende eine attraktive und günstige Alternative darstellen.

Der „Economy Basic“-Tarif wird unter dem Preis des bisherigen günstigsten Tarifs „Economy Light“ liegen, allerdings mit deutlich weniger Leistungen. So ist der neue Tarif weder umbuchbar noch erstattungsfähig, und auch für eine Sitzplatzreservierung muss extra gezahlt werden. Gebucht werden kann er nur über die Webseiten der Airline oder sogenannte „NDC-Schnittstellen“ wie zum Beispiel im Reisebüro.

Ausnahmen gibt es für Vielflieger: Inhaber einer Miles & More-Senatorkarte oder eines HON-Circle-Status dürfen auch im neuen Tarif weiterhin Handgepäck bis acht Kilogramm mitnehmen.

Ryanair & Co. akzeptieren schon lange kein Handgepäck mehr

Mit diesem Schritt reiht sich Lufthansa in die Strategie anderer Airlines ein. Air France führte einen ähnlichen Basistarif bereits im vergangenen Jahr ein. Auch Billigflieger wie Ryanair, Easyjet, Wizz Air oder Vueling wenden solche strengen Handgepäckregeln schon länger an - was ihnen allerdings eine Abmahnung vom europäischen Verbraucherverband BEUC eingebracht hat. Die Verbraucherschützer wollen per Klage durchsetzen, dass Passagiere neben dem persönlichen Gegenstand noch einen Handgepäckkoffer mit in die Kabine nehmen dürfen, was sie als „angemessen“ betrachten.

Der Airline-Verband A4E, dem auch Lufthansa angehört, lehnt dies ab und argumentiert, dass die Billigtarife mit Mini-Gepäckstück millionenfach gebucht würden. Kunden sollten nicht gezwungen werden, für Leistungen zu bezahlen, die sie gar nicht benötigen.

Die Neuerung gilt für alle Airlines der Lufthansa-Gruppe: Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels, Discover Airlines und Air Dolomiti. Der neue Tarif wird schrittweise eingeführt.

Komplizierte Economy-Tarife der Lufthansa

Auch bei anderen Lufthansa-Tarifen gibt es Änderungen: Der „Economy Light“-Tarif wird künftig für eine Gebühr von 100 Euro umbuchbar sein. In den Tarifen „Economy Comfort“ und „Economy Comfort Green“ werden Sitzplatzreservierungen kostenpflichtig. „Economy Comfort Green“ kann für 80 Euro umgebucht werden. In der Business Class reduziert sich bei den Tarifen „Business Comfort“ und „Business Comfort Green“ das Freigepäck auf ein Stück bis 32 Kilogramm, und auch diese Tickets sind künftig nicht mehr umbuchbar.

Die Aufspaltung des Flugprodukts in einzelne, separate Leistungen ist Teil einer Strategie vieler Fluggesellschaften, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Auch bei der Lufthansa steigen die Umsätze mit Koffern und anderen Zusatzleistungen kontinuierlich.

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Erstellt:
24. April 2026, 08:58 Uhr
Aktualisiert:
24. April 2026, 09:06 Uhr

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