Stärkster Kurssturz seit Jahren
Rheinmetall-Aktie um 20 % gefallen - Das ist passiert
Die Rheinmetall-Aktie steht zur Wochenmitte stark unter Druck. Nach dem heftigen Kursrutsch fragen sich Anleger, ob die jüngste Abwärtsbewegung nur eine Korrektur ist oder ob sich die Lage weiter zuspitzt.
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Die Rheinmetall-Aktie fällt zum Mittwoch um über 20 Prozent. Der stärkste Kurssturz seit vielen Jahren. Lesen Sie hier den Hintergrund.
Von Matthias Kemter
Am Mittwoch notiert die Rheinmetall-Aktie bei nur 978 Euro im Tief und damit rund 20 Prozent im Minus im Vergleich zum Vortag. Der tiefste Kurs seit März 2025. Belastet wird das Papier vor allem von Berichten über einen möglichen Wechsel bei einem wichtigen Fregattenprojekt. Für Rheinmetall ist das der stärkste Kurseinbruch sei vielen Jahren. Das Papier fiel zeitweise unter die wichtige Marke von 1.000 Euro und notiert aktuell bei etwa 1020 Euro.
Fregattenprojekt sorgt für Druck
Im Zentrum stehen Berichte über das Fregattenprojekt F126. Demnach plant Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius offenbar, dieses Vorhaben nicht wie bisher weiterzuführen. Generalunternehmer ist Naval Vessels Lürssen, ein Unternehmen, das von Rheinmetall übernommen wurde. Stattdessen soll nun eine Alternative mit Fregatten des Typs Meko-200 von TKMS favorisiert werden. Für Rheinmetall wäre das ein empfindlicher Dämpfer. Der Konzern wollte mit der Übernahme von Naval Vessels Lürssen sein Marinegeschäft gezielt ausbauen. Wenn ein milliardenschweres Projekt in dieser Form wegfallen oder verlagert werden sollte, würde das die Erwartungen des Marktes an die künftige Entwicklung unmittelbar treffen.
Analyst warnt vor Folgen
Zusätzlichen Druck brachte die Einschätzung von JPMorgan-Analyst David Perry. Er bezeichnete die Entwicklung als herben Rückschlag für Rheinmetall. Nach seiner Einschätzung könnte der Konzern dadurch seine Ziele beim Auftragseingang im zweiten Quartal und auch im Gesamtjahr verfehlen. Den möglichen Auftragswert bezifferte der Experte auf rund 12 Milliarden Euro. Damit geht es an der Börse nicht nur um ein einzelnes Projekt, sondern um die Frage, wie stark sich mögliche Verschiebungen bei Großaufträgen auf die Wachstumsstory von Rheinmetall auswirken können. Gerade bei einem Titel, der in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, reagieren Anleger auf solche Unsicherheiten besonders sensibel.
Hohe Erwartungen treffen auf Enttäuschung
Zwar bleibt das politische Umfeld für Rüstungsunternehmen grundsätzlich unterstützend. Die Nachfrage nach Munition, gepanzerten Fahrzeugen, Luftabwehrsystemen und weiterer militärischer Ausrüstung dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern hoch bleiben. An der Börse zählt aber vor allem, ob diese Erwartungen auch in konkrete Aufträge und planbare Ergebnisse übersetzt werden. Genau hier liegt derzeit das Problem. Wenn Zweifel am Tempo, an der Finanzierung oder an einzelnen Großprojekten aufkommen, kann eine zuvor stark gelaufene Aktie schnell unter Druck geraten.
